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Fußball

Bayern weiter - Lautern und Hoffenheim raus

Duisburg und Cottbus sind Schalke ins DFB-Pokal-Halbfinale gefolgt. Sie setzten sich gegen die Bundesligisten Kaiserslautern und Hoffenheim durch. In Aachen blieb dieses Mal die Sensation gegen routinierte Bayern aus.

Münchens Torschütze zum 0:1, Mario Gomez (2.v.r.), jubelt nach seinem Treffer mit seinen Mitspielern Andreas Ottl (v.l.), Hamit Altintop und Bastian Schweinsteiger. (Foto: Juergen Schwarz/dapd)

Bayern-Torschütze Gomez (2.v.r.)

Zwei Zweitligisten sind noch drin im DFB-Pokal und zwei Bundesligisten. Im Halbfinale könnte es sogar zu einer Wiederauflage der letzten Saison kommen: Bayern gegen Schalke. Dabei hatten die Aachener im Viertelfinale vom dritten Sensationscoup gegen die Bayern geträumt, doch am Ende gingen sie leer aus. Die Alemannia hat ihr Heimspiel gegen den deutschen Rekordmeister klar mit 0:4 (0:1) verloren. "Respekt vor Bayern, das ist eine tolle Mannschaft. Für uns war es ein tolles Erlebnis", gratulierte Aachens Trainer Peter Hyballa dem Gegner.

"Man muss den Aachenern Respekt zollen, sie haben immer versucht, Fußball zu spielen. Aber letztendlich haben wir verdient gewonnen", sagte Mario Gomez, der die Bayern in der 26. Minute auf Siegeskurs gebracht hatte. Thomas Müller steuerte zwei Treffer bei (75./80.), den Schlusspunkt setzte Arjen Robben (88.). Schon zweimal hatte der Zweitligist im Pokal für eine Überraschung gegen die Bayern gesorgt, dieses Mal zeigte jedoch der Titelverteidiger Klasse. Angeführt vom neuen Kapitän Philipp Lahm, der die Binde bis zum Saisonende von Mark van Bommel übernommen hat, marschierte Bayern mühelos ins Halbfinale.

Zweitligist Duisburg düpiert Kaiserslautern

Duisburgs Goran Sukalo (unten, M.) erzielt den Treffer zum 2:0. (Foto: Roberto Pfeil/dapd)

Da war die Partie entschieden: Das 2:0 durch Sukalo - Lakic will gar nicht mehr hinsehen

So laut war es in der Duisburger Arena schon lange nicht mehr. Leidenschaftlich feierten die Fans ihre Mannschaft. Erstmals seit 13 Jahren hat der MSV Duisburg das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht und dabei gut zwei Millionen Euro eingestrichen. Gegen den Bundesligisten 1. FC Kaiserlautern setzte sich der Zweitligist im eigenen Stadion hochverdient mit 2:0 (1:0) durch. Die Treffer erzielten Branimir Banjic (36.) und Goran Sukalo (58.). Vor allem für MSV-Trainer Milan Sasic dürfte es ein schönes Wiedersehen mit seinem Ex-Verein gewesen sein, denn dort war er vor gut 20 Monaten entlassen worden. "Ich habe über viele Dinge nachgedacht", sagte Sasic. "Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, das war eine tolle Leistung." Einen Klassenunterschied konnte man in den 90 Minuten tatsächlich nicht erkennen. Nach Köln warf der MSV nun den zweiten Bundesligisten aus dem Pokal.

Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz fand ebenfalls deutliche Worte. "Wir haben nicht die Leidenschaft, die Gier gebracht. Wir sind hochverdient ausgeschieden", kritisierte er seine Mannschaft. "Duisburg war in allen Belangen überlegen. Wir waren schlecht über 90 Minuten." Für die Pfälzer Fans gab es vor der Partie zumindest eine gute Nachricht: Stürmer Srdjan Lakic solle nicht wie zuletzt angedeutet abgegeben werden, verkündete Vorstandschef Stefan Kuntz: "Lakic bleibt auf jeden Fall." Auf dem Platz zeigte das aber keine Wirkung: Lakic blieb wie viele seiner Kollegen unauffällig.

Misslungener Einstand von Hoffenheims Babel

Hoffenheims Ryan Babel (l.) und der Cottbusser Daniel Ziebig kämpfen um den Ball. (Foto: Matthias Rietschel/dapd)

Babel stolpert mit Hoffenheim

"Oh, wie ist das schön", hallte es auch durch das Cottbusser Stadion. Denn auch dort setzte sich der Zweitligist gegen einen Bundesligisten durch: Energie Cottbus besiegte 1899 Hoffenheim 1:0 (0:0) durch den Treffer von Jiayi Shao (84.) und steht nun zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale. "Wir haben ein bisschen Glück gehabt. Für uns ist das wie ein Traum. Unser Ziel ist Berlin", sagte Siegtorschütze Shao. Trainer Claus-Dieter Wollitz, der sich nach dem Abpfiff in die Jubeltraube seiner Spieler stürzte, schwärmte gar: "Das ist ein emotionaler Moment, ich bin total stolz. Besser können wir nicht spielen."

Auch Hoffenheims Neuzugang Ryan Babel, der für sieben Millionen Euro vom FC Liverpool kam, konnte die Hoffenheimer Niederlage nicht verhindern. Der niederländische Nationalspieler stürmte von Beginn an und deutete seine Fähigkeiten mehrfach an. "Leider haben wir den Einzug ins Halbfinale wie im Vorjahr nicht geschafft", sagte Hoffenheims Trainer Marco Pezzaiuoli: "Wir waren in der zweiten Halbzeit die dominantere Mannschaft. Cottbus stand kompakt und defensiv. Zum Ende waren wir zu passiv, haben uns zu weit zurückgezogen und das Tor zugelassen." An Favoritenschreck Cottbus scheiterten vor Hoffenheim schon die Bundesligisten SC Freiburg und VfL Wolfsburg.

17-Jähriger erlöst Schalke

Schalkes Matchwinner Julian Draxler wird von seinem Teamkollegen Kyriakos Papadopoulos auf Schultern getragen, Raúl gratuliert (Foto: Martin Meissner/AP/dapd)

Der Jüngste war der Größte

Bereits am Dienstagabend hatte der jüngste Schalker Profi aller Zeiten Vereinsgeschichte geschrieben: Erst fünf Minuten vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt, erzielte der 17-jährige Julian Draxler in der vorletzten Minute das entscheidende Tor für den FC Schalke zum 3:2 nach Verlängerung (2:2, 1:2). Die Teamkollegen trugen den Matchwinner anschließend auf Schultern in die Fankurve. "Was gerade in mir vorgeht, kann man nicht beschreiben", erklärte Draxler kurze Zeit später strahlend. "Davon habe ich immer geträumt, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen." Lob gab es auch von Trainer Magath: "Julian ist ein toller Junge. Er hat eine große Zukunft beim FC Schalke vor sich."

Während Schalke feierte, fuhren die Nürnberger enttäuscht nach Hause. Zweimal waren sie durch die Treffer von Julian Schieber (4./32.) in Führung gegangen, zweimal glich Schalke durch Mario Gavranovic (14.) und Ivan Rakitic (58.) aus. "Wenn man so ausscheidet, ist das natürlich bitter", sagte Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. "Wir haben Vieles richtig gemacht, nach hinten raus konnten wir aber nicht mehr zulegen. Das ist ärgerlich. Wir hätten es packen können. Das Elfmeterschießen hätten wir gerne mitgenommen." Magath hingegen resümierte: "Wir wollen in das Finale, dazu haben wir die Tür aufgestoßen."

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Calle Kops

Das DFB-Pokal-Viertelfinale im Überblick:

Dienstag, 25.01.2011:

FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg 3:2 (2:2; 1:2) nach Verlängerung

Mittwoch, 26.01.2011:

Energie Cottbus - 1899 Hoffenheim 1:0 (0:0)

MSV Duisburg - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (1:0)

Alemannia Aachen - Bayern München 0:4 (0:1)

Wer gegen wen antreten muss, entscheidet die Auslosung am Sonntag (30.01.2011). Die Halbfinalspiele werden am 1. und 2. März ausgetragen. Das Endspiel findet am 21. Mai im Olympiastadion Berlin statt.