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Fußball

Bayern vor Aus im Achtelfinale

Der FC Bayern München hat das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League überraschend verloren. Beim Schweizer Außenseiter FC Basel unterlag die Mannschaft von Jupp Heynckes mit 0:1.

Für den "kleinen FCB" war es das Jahrhundertspiel, oder wie es der Stadionsprecher formulierte: "Das wichtigste Match eines Schweizer Fußballvereins aller Zeiten." Denn noch nie zuvor stand ein Schweizer Klub im Achtelfinale der Champions League. Und nach dem bemerkenswerten 1:0 (0:0)-Erfolg über den haushohen Favoriten FC Bayern darf sich der FC Basel tatsächlich Hoffnungen auf das Erreichen des Viertelfinales machen. Das musste auch Bayern-Coach Jupp Henyckes zugeben: "Für das Rückspiel haben nicht die optimale Voraussetzung." Man könne generell nicht sagen, dass es unverdient war, sagte der enttäuschte Bayern-Torwart Manuel Neuer nach dem Abpfiff. "Das Problem ist, dass wir in einer schwierigen Situation stecken. So gewinnen wir die Spiele nicht." Das Endspiel am 19. Mai im eigenen Stadion scheint für die Bayern in dieser Verfassung schwer erreichbar zu sein.

Manchester United-Schreck schockt auch die Bayern

Basels Xherdan Shaqiri (r.) und Muenchens Arjen Robben kämpfen um den Ball. (Foto: Michael Kienzler/dapd)

Robben (l.) und der künftige Bayernspieler Shaqiri (r.)

In der vergangenen Saison hatten die Bayern beide Gruppenspiele gegen den FC Basel gewonnen – auswärts im St. Jakob Park sogar mit 2:1. Dieses Mal taten sie sich schwer. Basel, das in der Vorrunde völlig überraschend Manchester United in die Europa League geschickt hatte, lieferte sich mit dem deutschen Rekordmeister lange Zeit eine Partie auf Augenhöhe. Heynckes hatte etwas überraschend "Bankdrücker" Arjen Robben für Thomas Müller aufgeboten. Auf den Seiten der Schweizer liefen mit Marco Streller (VfB Stuttgart/1. FC Köln) und Alexander Frei (Borussia Dortmund) Spieler mit Erfahrung aus der deutschen Bundesliga auf. Zudem lieferte Xherdan Shaqiri, der im Sommer zu den Bayern wechseln wird, eine ordentliche Vorstellung ab.

Der sehr in Mitleidenschaft gezogene Rasen war eine echte Herausforderung für Fußballtechniker. So sprang der Ball ein ums andere Mal tückisch in eine unvorhergesehene Richtung und brachte so Feldspieler wie Torhüter in Schwierigkeiten. Die Partie begann fulminant. In der ersten Halbzeit hatten beide Teams gleich mehrere hochkarätige Chancen. Allein Franck Ribéry stand zweimal frei vor dem Schweizer Kasten, dafür trafen die Gastgeber jeweils Pfosten und Latte des Bayern-Tores.

Auch im zweiten Durchgang blieben Tore lange Mangelware. Die Bayern dominierten mittlerweile die Partie, doch Basel verlegte sich aufs Kontern. Erst mit der Einwechslung von Thomas Müller, der Ribéry ersetzte, kam mehr Schwung und Emotion in die Partie. Doch auch der deutsche Nationalspieler konnte das Spiel nicht zugunsten seines Teams entscheiden. Stattdessen besorgte Valentin Stocker in der 86. Minute den viel umjubelten Siegtreffer.

Bayern im Formtief

Benjamin Huggel, (l.) imZweikampf mit Toni Kroos (r.). (Foto: Keystone, Georgios Kefalas/AP/dapd)

Viel Krampf, wenig Klasse

Der FC Bayern München, der sich souverän durch die Vorrunde der Champions League gespielt hatte und als Gruppensieger ins Achtelfinale eingezogen war, zeigte Schwächen. Die Formkrise in der Bundesliga war den verwöhnten Münchenern deutlich anzumerken: Die angespannten Gesichter von Präsident Uli Hoeneß, dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge und von Bayern-Urgestein Franz Beckenbauer, die das Spiel nebeneinander sitzend auf der Tribüne verfolgten, sprachen Bände. Und auch die Spieler ließen vermissen, was eine Weltklasse-Mannschaft ausmacht: Cleverness, Abgebrühtheit und kompromisslose Chancenverwertung.

In der Bundesliga sind die Bayern auf den dritten Platz abgerutscht und haben nun vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund. Im DFB-Pokal-Halbfinale wartet mit Borussia Mönchengladbach ein Gegner, der die Münchener in den beiden Ligaspielen jeweils besiegen konnte. Und in der Champions League muss das 0:1 aus dem Hinspiel aufgeholt werden. Das Rückspiel, das am 13. März in München stattfindet, verspricht Hochspannung. "Ich habe im Europapokal schon so viel erlebt", gab sich Heynckes optimistisch. Im Parallelspiel feierte Olympique Marseille durch einen Treffer in der Nachspielzeit einen 1:0 (0:0)-Sieg über Inter Mailand.

Real verspielt Sieg in Moskau

Am Dienstag fanden bereits zwei weitere Achtelfinalpartien der Königsklasse statt. Dabei sorgte der ZSKA Moskau mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen Spaniens Rekordmeister Real Madrid für eine faustdicke Überraschung. Lange hatte Madrid mit den beiden deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira durch den Treffer von Cristiano Ronaldo (27. Minute) geführt, doch Pontus Wernbloom sorgte in der Schlussminute für den Ausgleich, der die Russen weiter im Spiel um das Viertelfinale hält.

Und auch der FC Chelsea erlebte einen rabenschwarzen Abend und muss um das Weiterkommen bangen, denn der SSC Neapel führte den Favoriten im Achtelfinal-Hinspiel regelrecht vor und siegte am Ende hochverdient mit 3:1 (2:1). Die Londoner stehen damit vor dem Rückspiel am 14.03. unter großem Druck.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Arnulf Boettcher

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