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Fußball

Bayern verliert nach Elfmeter-Drama

München trauert. Trotz drückender Überlegenheit schafft der FC Bayern im Champions-League-Finale keinen Sieg gegen Chelsea. Nach Elfmeterschießen siegen die Londoner und gewinnen zum ersten Mal die Königsklasse.

Der FC Bayern München hat sein großes Ziel verpasst: Vor heimischem Publikum unterlag der deutsche Rekordmeister mit 3:4 (1:1,0:0) im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea und verlor damit sein zweites Champions-League-Finale innerhalb von zwei Jahren. Dabei war der FCB über die gesamte Spieldauer überlegen und hätte die Partie bereits in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. Im Elfmeterschießen wurde Bastian Schweinsteiger mit einem Pfostenschuss zum tragischen Helden. Beim FC Chelsea kannte der Jubel dagegen keine Grenzen. Für die Londoner war es der erste Titel in Europas Königsklasse.

Bayern überlegen – Chelsea tut nichts

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CL-Finale: Chelsea schlägt Bayern München

Die Bayern begannen vor 62.500 Zuschauern in der ausverkauften Münchener Arena schwungvoller und hatten früh gute Möglichkeiten, während Chelsea sich erst einmal hinten einigelte und versuchte, mit langen Bällen auf Stoßstürmer Didier Drogba zu operieren. Einem Treffer am nächsten kamen Arjen Robben, dessen Schuss von Torwart Petr Cech an den Pfosten gelenkt wurde (21. Minute), und Mario Gomez, der freistehend aus kurzer Distanz weit über das Tor zielte (42.).

Jubel der Spieler des FC Bayern München nach dem 1:0 durch Thomas Müller (Foto: REUTERS/Kai Pfaffenbach)

Nach langem Anlauf führen die Bayern und fallen erleichtert über den Torschützen, Thomas Müller, her

Nach dem Seitenwechsel machte München weiter Druck und vergab erneut beste Chancen. Chelsea stand fast nur noch hinten drin und wartete ab. Es dauerte schließlich bis zur 83. Minute, ehe Thomas Müller mit einem Kopfballaufsetzer zum 1:0 traf. Müller profitierte allerdings von seiner schlechten Technik: Nur weil er den Ball mehr mit dem Gesicht, als mit der Stirn traf, ging das Leder fast senkrecht auf den Boden und von dort über Cech ins Netz.

Robben versagt vom Punkt

Chelsea musste nun etwas tun, wagte sich endlich nach vorne und wurde prompt belohnt: Nach der zweiten Ecke der Londoner köpfte Didier Drogba den Ball zum 1:1 ins Tor (88.) und brachte sein Team in die Verlängerung. Drogba war der Held – und wenig später der Depp: In der 93. Minute foulte er Franck Ribéry unnötig im Strafraum. Der gute, portugiesische Schiedsrichter Pedro Proenca entschied sofort auf Elfmeter, den Robben aber kläglich vergab. Pech für die Bayern – Glück für Drogba.

Bayern-Torwart Manuel Neuer versucht vergeblich das 1:1 zu verhindern (Foto: REUTERS/Michaela Rehle)

Torwart Manuel Neuer hat beim 1:1 die Finger noch am Ball, aber der Kopfstoß von Drogba ist zu wuchtig

Chelsea beteiligte sich nun aktiver am Spiel, die Gastgeber blieben aber die bestimmende Mannschaft. Große Chancen gab es nicht mehr, nach 120 Minuten stand es immer noch 1:1 – die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Und dort wurde Bayerns Nationalspieler Schweinsteiger zum tragischen Helden. Nachdem zunächst Manuel Neuer einmal gehalten und selbst verwandelt hatte, war München im Vorteil. Ivica Olic verschoss gegen Cech und auch Schweinsteiger brachte den fünften Münchener Elfmeter nicht im Tor unter: Er scheiterte denkbar knapp am Innenpfosten. Nach ihm versenkte Drogba in seinem wohl letzten Spiel für den FC Chelsea den entscheidenden Strafstoß und versetzte die "Blues", die im Finale 2008 gegen Manchester United noch tragisch im Elfmeterschießen gescheitert waren, in Party-Stimmung.

Die Münchener sind die erste Mannschaft, die im Finale der Champions League ein Heimspiel verlor. Der Endspielort wird stets einige Jahre im Voraus festgelegt – noch nie war es einem Team gelungen, das Finale in der eigenen Arena zu erreichen. Genau wie Bayer Leverkusen im Jahr 2002 ist der FC Bayern München dreimal nur als Zweiter ins Ziel gekommen: in der Meisterschaft, im DFB-Pokal und nun auch in der Champions League.

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