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Sport

Bayern spaziert ins Halbfinale

Eine überragende erste halbe Stunde reicht dem FC Bayern, um sich gegen Schalke 04 locker durchzusetzen. Ebenfalls weiter ist Borussia Mönchengladbach, weil der HSV in der Abwehr nur die Beine trifft, nicht den Ball.

Der FC Bayern München steht dank einer streckenweise imposanten Leistung beim 3:0 (3:0) gegen den FC Schalke 04 im Halbfinale des DFB-Pokals. Für den Rekordpokalsieger trafen vor 75.000 Zuschauern zweimal Robert Lewandowski (3. und 29. Minute) und Thiago (16.). In der Vorschlussrunde treffen die Bayern jetzt auf den Sieger aus der Nachholpartie zwischen den Sportfreunden Lotte und Borussia Dortmund. Der andere Endspielteinehmer wird in der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt ermittelt. Die Halbfinals werden am 25. und 26. April ausgetragen.

Die Bayern legten gleich los wie die Feuerwehr. Bereits nach weniger als drei Minuten leistete sich Benedikt Höwedes im Schalker Mittelfeld einen fatalen Abspielfehler, Franck Ribery steckte den Ball steil auf Lewandowski durch und der lupfte in gewohnter Manier lässig über den herausstürmenden Torwart Ralf Fährmann. Vor allem der nach mehrwöchiger Verletzungspause zurückgekommene Ribery setzte die Akzente im Münchener Offensivspiel. Auch am 2:0 war der Franzose beteiligt, als er wiederum steil auf Lewandowski spielte, der mit einer butterweichen Flanke Thiago in Mittelstürmerposition bediente. Der kleine Spanier musste nur noch per Kopf einnicken.

Lewandowski "Man of the Match"

DFB-Pokalspiel | FC Bayern München vs FC Schalke 04 (picture-alliance/dpa/A. Gebert)

Eigentlich kein Kopfball-Riese: Thiago macht das 2:0 für die Bayern

Das 3:0 leitete Lewandowski selbst ein, indem er diesmal Ribery am linken Strafraumeck freispielte. Der legte zurück auf den Polen, der aus 16 Metern vollstreckte. Es waren die Pflichtspieltore Nummer 29 und 30 in dieser Saison für Lewandowski. "Da haben wir einen richtigen Schlag ins Gesicht bekommen, wir waren in allen Bereichen unterlegen", sagte Schalke-Torwart Fährmann nach der Partie bei Sky. "Das ist einfach die Klasse von Bayern München, man darf sich keinen Fehler erlauben."

In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie ein wenig. Bayern hatte zumeist den Ball, Schalke versuchte, die Niederlage in Grenzen zu halten. "Wir wissen, dass wir alle drei Tage spielen", erklärte Lewandowski den Kraftsparmodus, "da war das Tempo nicht so hoch." In der 77. Minute sah ausgerechnet Schalkes Innenverteidiger Holger Badstuber nach einem Foulspiel an Javi Martinez die gelb-rote Karte. Badstuber war in der Winterpause von den Bayern nach Gelsenkirchen ausgeliehen worden, um dort nach etlichen Verletzungen Spielpraxis zu sammeln. Nun geriet die Rückkehr in "sein" Stadion zum totalen Reinfall.

Gladbach darf weiter träumen

Zuvor hatte sich der Hamburger SV in seinem Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach bei der 1:2 (0:0)-Heimniederlage selbst geschlagen. Lars Stindl (53. Minute/Foulelfmeter) und Raffael (61./Foulelfmeter) trafen für die Gäste, Bobby Wood gelang in der Nachspielzeit (90.+2) das Tor zum Endstand.

Nach dem 0:8 im Bundesligaspiel am vergangenen Samstag in München war der HSV zunächst kaum wiederzuerkennen. Die Hamburger machten Druck, Mönchengladbach schien überrascht und offenbarte große Löcher in Mittelfeld und Abwehr. Die größte Einschusschance für die Gastgeber vergab in der 18. Minute Wood, als er aus zehn Metern frei vor Torwart Yann Sommer zum Schuss kam, der aber mit einem sensationellen Reflex den Rückstand verhinderte. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste nach der Pause organisierter wirkten. Dennoch blieben die großen Tormöglichkeiten aus. "Wir sind nicht gut reingekommen in die Partie, der HSV hat uns hinten reingedrückt", sagte Borussia-Kapitän Stindl anschließend bei Sky.

Zwei dumme Strafstöße

Erst als Mergim Mavraj mit einer Grätsche gegen Patrick Herrmann zu spät kam, war der Bann gebrochen: Lars Stindl verwandelte den fälligen Elfmeter in der 53. Minute sicher zum 1:0 für die Borussia. Nur wenige Minuten später der nächste Lapsus in der HSV-Deckung: Matthias Ostrzolek verschlief den berühmtem Schritt dem Ball entgegen, Jonas Hofmann stahl sich am Kapitän der Gastgeber vorbei und wurde von diesem zu Fall gebracht. Auch hier pfiff Schiedsrichter Marco Fritz völlig zurecht Strafstoß, diesmal durfte Raffael antreten und ließ sich die Chance nicht entgehen (61.). "Wir hatte das Spiel bis zu den beiden Elfmetern komplett im Griff", ärgerte sich HSV-Offensivmann Aaron Hunt nach der Partie bei Sky. "Wir hatten genügend Chancen, das Spiel trotzdem noch zu gewinnen, aber leider waren wir vorne nicht kaltschnäuzig genug."

DFB-Pokalspiel | Hamburger SV vs Borussia Moenchengladbach (picture-alliance/CITYPRESS 24/H. Hay)

Lars Stindl verlädt HSV-Torwart Rene Adler per Strafstoß zum 1:0

Zwar versuchte der HSV vor 52.000 Zuschauern noch, auf den Anschlusstreffer hinzuarbeiten, war aber in seinen spielerischen Mitteln doch zu limitiert gegen inzwischen abgebrüht auftretende Gladbacher. Ein Raunen ging nur noch einmal durch die Ränge, als sich Aaron Hunt durch den Strafraum tankte, dann aber doch von der Hamburger Abwehr geblockt wurde. Das 1:2 durch Wood (90.+2) nach einem weiten Adler-Abschlag Sekunden vor Spielende änderte nichts mehr am Aus. So zieht Borussia Mönchengladbach sicher ins Halbfinale des DFB-Pokals ein und darf weiter vom ersten Titel seit 22 Jahren träumen. Der Hamburger SV dagegen kann jetzt seine Kräfte auf den Abstiegskampf in der Bundesliga konzentrieren.

Am Dienstag hatte Eintracht Frankfurt das Halbfinale durch ein 1:0 gegen Zweitligist Arminia Bielefeld erreicht. Die Partie Sportfreunde Lotte gegen Borussia Dortmund musste abgesagt werden, weil der Platz des Drittligisten, durch Regen- und Schneefälle aufgeweicht, nicht bespielbar war. Nachholtermin ist voraussichtlich der 14. März. 

Hier können Sie die Partien vom Mittwoch noch einmal chronologisch nachlesen.

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