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Fußball

Bayern mit Respekt gegen Benfica

Beim Viertelfinal-Duell zwischen dem FC Bayern und Benfica Lissabon in der Champions League ist der deutsche Rekordmeister klarer Favorit. Bayern-Vorstandschef Rummenigge hebt trotzdem warnend den Zeigefinger.

Die Bilanz vor dem Viertelfinal-Hinspiel zwischen dem deutschen und dem portugiesischen Rekordmeister spricht ein klare Sprache: Bayern 3 - Benfica 0. Bei bislang zwei Begegnungen in der K.o.-Runde des Landesmeister-Pokals und einem K.o.-Duell im UEFA-Cup setzten sich immer die Bayern durch. Zu Hause schafften die Münchener dabei stets einen klaren Sieg (4:1, 5:1, 4:1). Auswärts gelang ein Erfolg (3:1) und zweimal ein torloses Unentschieden. Das bislang letzte Duell ist allerdings schon so lange her, dass Jürgen Klinsmann noch zu den Torschützen gehörte. Dem aktuellen Nationalcoach der USA gelangen 1995 im UEFA-Cup-Achtelfinale in Hin- und Rückspiel insgesamt sechs Treffer.

21 Jahre später sollen Thomas Müller und Robert Lewandowski in Klinsmanns Fußstapfen treten. Denn - soviel steht fest - alles andere als ein Weiterkommen des Bayern gegen den Tabellenführer der portugiesischen Liga, wäre eine Überraschung, wenn nicht sogar eine Blamage für den FC Bayern. Schon nach der Auslosung sprachen viele von einem Glückslos, beziehungsweise einem Freilos für das Halbfinale. Zu Recht?

Rummenigge: "Optimistisches Freilos-Geschreibe"

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gefällt diese Einschätzung der Kräfteverhältnisse überhaupt nicht: "Einige Medienvertreter waren mit ihrem Freilos-Geschreibe zu optimistisch", sagte er nach dem knappen Bundesliga-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt am Samstag im ARD-Interview und warnte: "Das wird ein schwereres Spiel als vielleicht der eine oder andere annimmt. Wir werden zwei konzentrierte Auftritte haben müssen, um dann hoffentlich ins Halbfinale einzuziehen. Aber das wird kein Selbstläufer - das ist klar."

Die Portugiesen schätzt Rummenigge sehr stark ein. "Das ist eine gut organisierte Mannschaft, die relativ wenig zulässt. Man hat nicht sehr viel Platz." Außerdem sieht der Bayern-Boss seinen Klub durch die Ansetzung des Viertelfinales unter Druck: "Ich glaube, durch den Fakt, dass wir zuerst in München spielen, müssen wir ein gutes Ergebnis erzielen", so Rummenigge. Als gutes Ergebnis definiert er "jeden Sieg zu Null".

Spielszene mit Franck Ribery gegen Eintracht Frankfurt (Foto: picture alliance/augenklick/GES/W. Eifried)

Wieder fit und mit Lust und Leidenschaft dabei: Franck Ribery

Gegen Benfica kann Flügelstürmer Arjen Robben erneut nicht dabei sein. Der schnelle Franzose Kingsley Coman dagegen war gegen Frankfurt verletzt, könnte aber rechtzeitig zum Anpfiff gegen Benfica wieder fit werden. Sollte Coman zunächst auf der Bank Platz nehmen, stünde mit Franck Ribery ein anderer schneller Franzose bereit. Ribery ist nach langer Verletzung zurück und krönte gegen Frankfurt eine gute Leistung mit einem traumhaften Tor. "Viele Leute haben nicht geglaubt, dass ich so zurückkomme und so schnell mein gutes Niveau erreiche", sagte Ribery im Interview mit dem Fußballmagazin "Kicker".

Dreierkette als Antwort auf Löcher in der Defensive?

Die Offensive, wo - abgesehen von Robben - mit Ribery, Müller, Lewandowski, Mario Götze, Douglas Costa, und wahrscheinlich auch Coman alle wichtigen Spieler fit sind, bereitet dem FC Bayern aber ohnehin keine Sorgen. Vielmehr schmerzt in der Defensive der Ausfall der drei Innenverteidiger Jerome Boateng, Holger Badstuber und Mehdi Benatia. Gegen Frankfurt setzte Bayern-Coach Pep Guardiola auf eine Dreierkette mit Javi Martinez, David Alaba und Juan Bernat. Gut möglich, dass der Katalane dies gegen Benfica erneut tut. Der im Winter wegen der vielen Ausfälle verpflichtete Serdar Tasci scheint Guardiolas Ansprüchen an einen zweiten Innenverteidiger nach wie vor nicht zu genügen. Bislang stand der ehemalige Nationalspieler erst ein Mal für die Bayern auf dem Platz - 53 Minuten lang gegen Darmstadt 98.

Der Tatsache, dass ein Heimspiel ohne Gegentor das Weiterkommen beim Rückspiel am 13. April im Lissaboner Estadio da Luz erheblich einfacher machen würde, sind sich aber alle bewusst. Torhüter Manuel Neuer warnte daher noch einmal eindringlich: "Jeder geht davon aus, dass wir einfach so weiterkommen. Ich denke, wer portugiesische Mannschaften kennt, weiß, dass sie gerade in der Offensive Spieler haben, die individuell am Ball alles können. Es ist ein gefährliches Los, weil wir auf dem Papier klarer Favorit sind. Aber wir nehmen Lissabon auf jeden Fall ernst und werden alles geben."

Benfica ohne Keeper und Kapitän

Jubel Kostas Mitroglou (Foto: picture-alliance/dpa/J. Sena Goulão)

In Deutschland geboren, für Benfica erfolgreich: Torjäger Mitroglou traf am Wochenende gegen Braga doppelt

Benfica hofft auf seine Außenseiterchance, reiste aber ohne einige verletzte Stammspieler nach München. Der portugiesische Rekordmeister muss auf Stammtorwart Julio Cesar verzichten. Der Brasilianer, der auch beim 1:7 im WM-Halbfinale gegen Deutschland das Tor der Selecao gehütet hatte, ist nach einer Adduktorenverletzung nicht rechtzeitig fit geworden. An seiner Stelle wird der 22-jährige Ederson, ebenfalls ein Brasilianer, das Benfica-Tor hüten. Auch der verletzte Kapitän Luisao ist nicht dabei. Der kantige Innenverteidiger hatte sich im November den Unterarm gebrochen und fehlt seitdem verletzt. Rechtsverteidiger Sílvio kann ebenfalls nicht mitspielen. Innenverteidiger Lisandro Lopez steht dagegen nach auskurierten Oberschenkelproblemen wieder zur Verfügung.

Das Motto für das Duell gegen die "großen Bayern" scheint dabei aber zunächst einmal Schadensbegrenzung zu sein. "Wir werden uns nicht freiwillig ergeben", sagte Benficas Trainer Rui Vitoria. Eine mutige Ansage klingt anders.

Das Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern und Benfica Lissabon können Sie im DW-Liveticker in voller Länge ab 20:30 Uhr MESZ mitverfolgen.

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