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Fußball

Bayern kommt glanzlos ins Endspiel

Im DFB-Pokal-Halbfinale gewinnt Favorit Bayern München gegen Außenseiter Werder Bremen. Auf dem Platz sind die Kräfteverhältnisse aber nicht so klar. Und die Bayern bedienen sich in der Not unfairer Mittel.

Viel Kampf, viel Einsatz, wenig hohe Fußballkunst und letztlich eine folgenschwere Fehlentscheidung - das Halbfinale im DFB-Pokal zwischen dem FC Bayern München und Werder Bremen war alles andere als hochklassig, hatte aber dennoch einiges zu bieten und gab Anlass zu hitzigen Diskussionen. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters, der auf eine dreiste Schwalbe von Arturo Vidal hereinfällt, ebnete dem Rekordmeister den Weg ins Finale. Die Münchener setzten sich mit 2:0 (1:0) gegen den SV Werder Bremen durch. Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchener Arena erzielte Thomas Müller beide Tore (30. Minute / 71. per Foulelfmeter).

Bremen beginnt unbequem

Der Anfang war zäh: Schnell wurde deutlich, dass sich Außenseiter Werder Bremen gegen den hohen Favorit aus München etwas vorgenommen hatte. Die Gäste standen gut gestaffelt, waren sehr beweglich, verteidigten hoch und ließen nicht viel zu. Gleichzeitig versuchten sie, nach Ballgewinnen immer direkt und schnell nach vorne zu spielen. Echte Torchancen sprangen dabei aber nicht heraus. Die Bayern, bei denen Mario Götze wieder von Anfang spielte, ließen den Ball zwar gut laufen, schafften es aber nicht, mit dem letzten Pass ihre Stürmer vor dem Bremer Tor zu bedienen. So dauerte es rund 25 Minuten, bis es den einen oder anderen Aufreger gab. Die Bayern erhöhten das Tempo und setzten die Bremer über außen unter Druck, die zunächst aber alle Flanken und Hereingaben der Münchener klären oder entscheidend ablenken konnten.

Kopfball Thomas Müller (Foto: Reuters/M. Dalder)

Der Treffer von Thomas Müller zum 1:0 brachte den Bayern nicht mehr Sicherheit gegen motivierte Bremer

Den ersten gefährlichen Torschuss setzte Kingsley Coman aus spitzem Winkel knapp über die Querlatte (28.). Wenig später brachte eine Standardsituation den ersten Treffer: Bei einer Ecke von Xabi Alonso rutschte Müller-Bewacher Clemens Fritz aus und fiel hin, so dass der Nationalspieler völlig frei zum Kopfball kam und per Aufsetzer zum 1:0 traf (30.). Minuten später hätte Müller erhöhen können, doch sein Diagonalschuss strich knapp am linken Pfosten vorbei (34.). Die beste Werder-Chance leitete Bayerns Torhüter Manuel Neuer ein. Er kam aus seinem Tor heraus, um vor dem heraneilenden Zlatko Junuzovic zu klären und lupfte den Ball in Richtung Mittellinie, allerdings genau auf Bremens Sambou Yatabare. Der versuchte einen Heber aus 30 Metern, doch Neuer war schnell genug zurück und konnte den Ball sicher fangen (40.).

Vidals Schwalbe bringt die Entscheidung

Nach dem Seitenwechsel suchten die Bayern erneut nach dem Türöffner gegen die motivierten Gäste. Eine Viertelstunde verstrich fast ereignislos. Dann hatte Bremen einige Chancen: Zunächst verpasste Jannik Vestergaard eine flache Hereingabe zentral vor dem Tor nur um eine Fußlänge (60.). Dann strich ein Volleyschuss aus 23 Metern von Florian Grillitsch knapp am Tor vorbei (61.). Schließlich zappelte der Ball im Münchener Netz, allerdings verweigerte der Schiedsrichter dem Treffer zu Recht die Anerkennung. Fin Bartels hatte sich unfair gegen David Alaba eingesetzt und den Österreicher so an der Schulter gezogen, dass seine Rettungstat misslang und per Bogenlampe über Neuer im eigenen Tor landete (62.).

DFB-Pokal Halbfinale FC Bayern München vs Werder Bremen Arturo Vidal gegen Janek Sternberg (Foto: Getty Images/Bongarts/A. Hassenstein)

Janek Sternberg (r.) rutscht vorbei, Arturo Vidal (l.) fällt trotzdem - eine Schwalbe bringt Bremen den K.o.

Bremen war nun die aktivere und bessere Mannschaft, wurde aber durch eine Unsportlichkeit um den verdienten Lohn gebracht. Als der eingewechselte Vidal den Ball im Bremer Strafraum vom rechten auf den linken Fuß legte, rutschte Bremens junger Verteidiger Janek Sternberg am Chilenen vorbei ins Leere. Vidal hob trotzdem ab und ließ sich fallen. Der Schiedsrichter fiel darauf herein und entschied fälschlicherweise auf Strafstoß. Müller legte sich den Ball zurecht und traf eiskalt zum 2:0 (71.). Die Bremer brauchten einige Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen. Torchancen erspielten sie sich nicht mehr. Auch die Bayern taten nun nicht mehr als nötig und verwalteten den Vorsprung bis zum Schlusspfiff.

Faire Bremer Verlierer

"Nach dem Spiel ist man immer schlauer", sagte Bremens Trainer Viktor Skripnik anschließend im ARD-Interview zur entscheidenden Elfmeter-Szene. "Der Schiedsrichter soll entscheiden und er hat seine Entscheidung getroffen." Auch Bremens Manager Thomas Eichin zeigte sich als fairer Verlierer: "Es ist eine Schwalbe, aber ich mache dem Schiedsrichter keinen Vorwurf. Es sind ja noch andere Schiedsrichter da, die so etwas sehen müssten." Claudio Pizarro fasste es kurz und kanpp zusammen: "Die Bayern waren besser und haben verdient gewonnen."

Fast schon kleinlaut gab sich der sonst so wortgewaltige Doppel-Torschütze: "Es ist eine Schwalbe, da gibt es keine Entschuldigung", sagte Thomas Müller in der ARD. "Wenn so ein Elfmeter gegen uns gepfiffen würde, stände ich hier in einer anderen Tonart."

Mit Bayern München ist der erste Finalist für das Pokalendspiel am 21. Mai im Berliner Olympiastadion gefunden. Der Gegner des FCB wird am Mittwochabend (20:30 Uhr MESZ, ab 20:15 Uhr im DW-Liveticker) im zweiten Halbfinale zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund ermittelt.

Den Liveticker der Partie Bayern München gegen Werder Bremen gibt es zum Nachlesen hier:

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