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Fußball

Bayern gegen Hoffenheim: Flotter Fußball statt flotter Sprüche

Das Gipfeltreffen elektrisiert die Fans nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. In 168 Länder wird das Freitagsspiel zwischen Bayern München und 1899 Hoffenheim live im Fernsehen übertragen.

Hoffenheimer Spieler bejubeln einen Treffer. Quelle: ap

Stürmt Hoffenheim auch die Münchner Arena?

Wer hätte das vor Beginn der Saison gedacht? Bayern München empfängt am vorletzten Spieltag der Bundesliga-Hinrunde 1899 Hoffenheim und die Fußballfans weltweit fiebern diesem Duell entgegen. Denn die Rollen sind vertauscht. Nicht der Rekordmeister, sondern der Aufsteiger ist der Gejagte. Drei Punkte liegen die Bayern hinter Hoffenheim. Wie es sich für ein Spitzenspiel gehört, gab es im Vorfeld tüchtig Ballyhoo auf beiden Seiten. Hoffenheim sei nur ein Dorf, sagte Abwehrspieler Daniel van Buyten. "Man schreibt es noch nicht einmal auf eine Karte. Ich weiß nicht genau, wo das liegt." Das verbindet ihn mit Bayerns Mittelfeldstar Franck Ribery, den Hoffenheim an das "kleine Dorf" der Asterix-Comics aus seiner Heimat erinnert.

Rekordmeister gegen Dorfverein

Mannschaftsfoto des FC Bayern München Quelle: dpa

Lieb und teuer - Münchens Millionen-Ensemble

Diesen Vergleich scheut Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nicht. "Wir müssen nur noch dafür sorgen, dass die Geschichte nach 90 Minuten auch so ausgeht wie in den 25 verschiedenen Asterix-Heftchen." Sprich mit einem Sieg der Gallier aus Hoffenheim. Die beiden Vereine könnten unterschiedlicher kaum sein. Der FC Bayern repräsentiert München mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern, Hoffenheim zählt gerade einmal 3300 Seelen. Der Rekordmeister hat knapp 150.000 Mitglieder, der Bundesliga-Spitzenreiter 1300. Bayern gab im vergangenen Geschäftsjahr 153 Millionen Euro für sein Personal aus, Hoffenheim vergleichsweise bescheidene 23 Millionen Euro.


Torfabrik Hoffenheim


Hoffenheims Stürmer Vedad Ibisevic freut sich über einen Treffer. Quelle: ap

Ibisevic - immer für ein Tor gut

Und doch steht vor dem direkten Duell der beiden Clubs der Emporkömmling Hoffenheim und nicht der Platzhirsch München an der Tabellenspitze. "Wo haben die sich eigentlich 100 Jahre versteckt?", fragt Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge süffisant in Anspielung auf den Vereinsnamen 1899 Hoffenheim. Doch solche Attacken werden beim Aufsteiger locker gekontert. "Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen", sagt Trainer Rangnick, "dann müssen Sie nach München gehen. Wenn Sie flotten Fußball sehen wollen, dann sind Sie hier richtig." Die Zahlen geben ihm recht. Hoffenheim hat nicht nur drei Punkte mehr als München eingespielt, sondern mit 40 Treffern auch fünf Tore mehr geschossen. Mit Tempofußball lehrten die Hoffenheimer die meisten ihrer bisherigen Gegner das Fürchten. Und Vedad Ibisevic, der in 15 Spielen 17 Mal traf, ist seit langem wieder der erste Stürmer, der Gerd Müllers Uralt-Rekord von 40 Toren in der Saison 1971/72 zumindest in Sichtweite hat.

Gegen den Normalfall

Bayernspieler bejubeln die Meisterschaft 2008. Quelle: ap

Rekordmeister jubelt - auch nach dieser Saison?

"Applaus, dass sie jetzt gut spielen und Tabellenführer sind", konstatiert Bayern-Kapitän Mark van Bommel, um gleich hinterherzuschieben: "Es geht darum, die Meisterschale zu holen, und nicht nur einmal, sondern über mehrere Jahre." Ausnahmslos kündigen die Bayern-Spieler ihrem Gegner für Freitagabend einen heißen Tanz an. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick lässt sich davon nicht nervös machen. Im Normalfall gewänne Bayern Spiele wie das gegen Hoffenheim und werde Meister. "Aber wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren schon einige Male bewiesen, dass Fußball nicht immer so läuft, wie man das erwartet."

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