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Wirtschaft

Bayer oder BASF: Wird Monsanto deutsch?

In der Agrarchemiebranche wird offenbar an einer Neuaufstellung des Marktes gearbeitet: Laut Medienberichten prüfen zwei deutsche Chemiekonzerne, ob sie den US-Saatguthersteller Monsanto übernehmen können.

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Monsanto bald Bayer-Tochter? (12.5.2016)

Die Finanzagentur Bloomberg berichtete, Bayer prüfe ein Angebot für den über 40 Milliarden Dollar schweren US-Konzern. Die Leverkusener hätten sowohl intern als auch mit Beratern vorläufige Gespräche über einen Kauf des Saatgutherstellers Monsanto geführt. Ein Beschluss sei aber noch nicht gefallen.

Bayer könnte sich auch gegen eine Offerte entscheiden oder andere Möglichkeiten wie Gemeinschaftsunternehmen oder einen Tausch von Anteilen mit den Amerikanern verfolgen, meldete die Agentur unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Bayer und Monsanto wollten sich dazu nicht äußern.

Deutliche Börsenreaktionen

Auch der weltgrößte Chemiekonzern BASF wurde am Donnerstag mit Übernahmegerüchten im Zusammenhang mit Monsanto in Verbindung gebracht. Aktien des Ludwigshafener Konzerns standen am Nachmittag leicht unter Druck und notierten 0,5 Prozent im Minus. Bayer-Papiere büßten um 4,35 Prozent ein und waren damit zunächst schwächster Dax-Wert.

Die Monsanto-Aktie dagegen stieg nach der Meldung im vorbörslichen US-Handel um 16 Prozent. Bei Bayer wurde an der Börse in Frankfurt kurzzeitig der Handel unterbrochen, danach bauten die Aktien ihre Kursverluste aus.

Monsanto hatte zuletzt unter dem gefallen Preisen für Agrarprodukte zu leiden, der zu einem Rückgang der Bestellungen durch die Landwirtschaft führte. Das Unternehmen machte deshalb Abstriche an seiner Gewinnvorhersage für 2016.

Interesse auch aus Ludwigshafen?

Dem Ludwigshafenern BASF-Konzern wird von einem Internet-Informationsdienst Interesse an Monsanto zugeschrieben. BASF wollte sich dazu bislang nicht äußern. Die Wahrscheinlichkeit für eine solche Übernahme sei aber eher gering, sie würde BASF teuer zu stehen bekommen, urteilte Analyst Andrew Benson von der Citibank.

BASF-Vorstandschef Kurt Bock hatte zuletzt wiederholt betont, dass er "außerordentlich diszipliniert" bei Zukäufen vorgehen wolle, die Verkaufspreise seien momentan relativ hoch. Zudem habe der Chemiekonzern ein "sehr erfolgreiches" Pflanzenschutzgeschäft und brauche dafür kein Saatgutgeschäft.

Leverkusen hätte die Nase vorn

Reuters hatte im März von Insidern erfahren, dass Monsanto und Bayer Gespräche führen, bei denen die Amerikaner Interesse am Saatgutgeschäft der Leverkusener geäußert haben. Mit Bayer würden mehrere Optionen diskutiert. Neben einem Kauf von Crop Science seien dies ein Gemeinschaftsunternehmen oder eine andere Art von Partnerschaft. Bayer wolle in den Gesprächen herausfinden, wie stark das Interesse von Monsanto sei. Das deutsche Unternehmen habe aber keine Pläne, einen Verkauf von Crop Science selbst zu forcieren, vielmehr sei dies der Wunsch von Monsanto. Bayer hatte mehrfach bekräftigt, sein Saatgutgeschäft weiter ausbauen zu wollen.

Monsanto war im vergangenen Sommer mit seinen Übernahmeavancen beim Pflanzenschutzspezialisten Syngenta abgeblitzt. Die Schweizer werden nun vom chinesischen Staatskonzern ChemChina für 43 Milliarden Dollar geschluckt. Nach Ankündigung der Mega-Fusion der US-Chemiekonzerne DuPont und Dow Chemical, die das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen aufstellen wollen, steht Monsanto unter Druck, sich einen Partner zu suchen.

dk/qu (dpa/rtr/afp)

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