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Wirtschaft

Bayer erhöht Monsanto-Angebot

Bisher hat sich der US-Saatguthersteller Monsanto gegen eine Übernahme gewehrt. Nun steigert der deutsche Pharmakonzern seine Offerte. Kurz zuvor hatte Monsanto noch versucht, den Leverkusenern ein Beinchen zu stellen.

Bereits das letzte Übernahmeangebot von Bayer war gigantisch: Rund

55 Milliarden Euro

waren die Leverkusener bereit, für Monsanto auf den Tisch zu legen. Der Konzern aus den USA zeigte Bayer aber zunächst einmal die kalte Schulter. Nun legt Bayer nach und bietet drei Dollar mehr je Aktie. Das heißt, statt bisher 122 Dollar sollen 125 Dollar für jeden Anteilsschein des US-Unternehmens ausbezahlt werden. Bei rund 440 Millionen ausstehenden Aktien entspräche das rein rechnerisch einem Aufschlag von rund 1,3 Milliarden US-Dollar.

Nachdem das Monsanto-Management die vorherige Offerte als zu niedrig zurückgewiesen hatte, war seit längerem über einen Preisaufschlag spekuliert worden. Der US-Konzern kündigte nun an, die neue Offerte zu prüfen. Vor dem Abschluss dieser Prüfung werde sich das Unternehmen nicht weiter äußern, hieß es in einer Reaktions-Mitteilung.

Bisher scheint es allerdings, als wehre sich der US-Konzern mit allen Mitteln gegen die Übernahme. So hatte Monsanto erst vor kurzem Kreisen zufolge Gespräche mit dem Bayer-Konkurrenten BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrarchemie-Sparten wieder aufgenommen. Die Amerikaner prüften verschiedene Transaktionen einschließlich der Übernahme des BASF-Geschäfts mit Lösungen für die Agrarwirtschaft, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Ob es dabei tatsächlich um eine ernste Überlegung ging, oder ob es ein Versuch war, den Preis weiter in die Höhe zu treiben, bleibt offen.

Umstrittene Fusion

Durch den Zusammenschluss würde Bayer zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemiegeschäft aufsteigen. Dennoch war der Deal von Anfang an umstritten. Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Dem US-Hersteller von genmanipuliertem Saatgut wird unter anderem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat. Dieser steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Monsanto vermarktet Glyphosat unter dem Namen Roundup. Vor kurzem hatte die EU-Kommission die Europa-Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters um bis zu 18 Monate verlängert.

nm/mak (dpa, rtr, Bayer)