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Asien

Baut Nordkorea Leichtwasserreaktor?

Auf aktuellen Satellitenbildern vom Gelände des Atomkomplexes von Yongbyon ist ein neues Gebäude zu sehen. Es wird vermutet, dass es sich dabei um einen Reaktor handeln könnte.

Undatiertes Satellitenbild der Atomanlage in Yongbyon (Foto: picture alliance / dpa)

Undatiertes Satellitenbild der Atomanlage in Yongbyon

Noch ist es nur ein unbestätigter Verdacht. Handelt es sich bei dem neuen Gebäude tatsächlich um einen Leichtwasserreaktor mit einer Leistung von 25 bis 30 Megawatt? Die Bilder, die das Washingtoner Institute for Science and International Security (ISIS) am Donnerstag (18.11.) veröffentlichte, deuten jedenfalls darauf hin, dass das Regime des international isolierten Landes seinen Worten nun auch Taten folgen lässt. Im März hatte Pjöngjang angekündigt, einen neuen Reaktor bauen zu wollen und mit der Urananreicherung zu beginnen.

Kim Jong Il im September 2010 mit seinem Sohn und designierten Nachfolger Kim Jong Un (Foto: AP)

Kim Jong Il im September 2010 mit seinem Sohn und designierten Nachfolger Kim Jong Un

Die südkoreanische Regierung gab sich betont zurückhaltend und wies darauf hin, dass es sich noch um Vermutungen handle. Man beobachte die Entwicklungen aber aufmerksam und stehe deshalb auch mit anderen Ländern in Kontakt, sagte ein Außenamtssprecher in Seoul. ISIS-Leiter David Albright wurde dagegen deutlicher. Er gehe davon aus, dass es sich in der Tat um einen neuen Leichtwasserreaktor handelt, sagte er gegenüber AFP-Journalisten. Außerdem glaube er, dass dort unter bestimmten technischen Voraussetzungen auch waffenfähiges Plutonium hergestellt werden könnte.

Rückkehr an den Verhandlungstisch?

Teilnehmer der Sechs-Parteien-Gespräche 2007 in Peking (Foto: AP)

Teilnehmer der Sechs-Parteien-Gespräche 2007 in Peking

Die Atomanlage in Yongbyon ist seit Jahrzehnten das Herzstück des nordkoreanischen Atomprogramms. Pjöngjang hatte erstmals im Oktober 2006 und dann im Mai 2009 Atomwaffen getestet. Kurz vor dem letzten Test war Nordkorea aus den Abrüstungs-Gesprächen mit Südkorea, China, den USA, Russland und Japan ausgestiegen. Seitdem liegen die Verhandlungen auf Eis. In den vergangenen Monaten signalisierte Pjöngjang allerdings wiederholt Bereitschaft, unter bestimmten Bedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die USA und Südkorea forderten das kommunistische Land jedoch auf, zunächst mit konkreten Schritten zu zeigen, dass es zu Kompromissen bereit sei und so die "Aufrichtigkeit seines Anliegens" unter Beweis zu stellen.

Autorin: Esther Broders (dapd/afp)
Redaktion: Mathias Bölinger