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Politik

Baustelle Politik

In der Mitte Berlins soll eine der letzten Baulücken geschlossen werden. Keine Angst, es ist nicht schon wieder vom peinlichen Wiederaufbau des Stadtschlosses die Rede. Sondern von einem Lehrstück der Politik.

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Grafik für Kommentar oder Fernschreiber-Kolumne,

Dieses Mal geht es um eine Freifläche in der Nähe des Reichstags. Dort stand bis vor wenigen Jahren ein Platten-Bau aus DDR-Zeiten. Kein schöner Anblick, zugegeben. Besonders ansehnlich ist die entstandene Brache aber auch nicht.

In vier bis fünf Jahren aber soll es an dieser Stelle so richtig schick aussehen. Geplant ist eine Verlängerung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, wo sich seit 2003 unter anderem die Bibliothek und der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages befinden. In dem geplanten Anbau sollen Mitarbeiter Platz finden, die zurzeit noch in unsanierten Altbauten untergebracht sind.

Umstrittener Turm

Dass diese bedauernswerten Menschen noch in Provisorien ausharren müssen, ist einem skurrilen Streit zwischen dem Bund und der Stadt Berlin zu verdanken. Stein des Anstoßes war die architektonische Attraktion, ein Turm. Genau genommen seine Höhe. Der Bundestag hätte gerne 40 Meter gehabt, die Stadt Berlin wollte nur 36 Meter zulassen. Darauf haben sich die Streithähne nun geeinigt. Dafür darf das Gebäude dem Wunsch des Bauherrn entsprechend bis an die angrenzende Luisenstraße heranreichen. Dadurch wiederum wird der freie Blick auf den Reichstag eingeschränkt.

So also sehen Kompromisse aus, um die Jahre lang gerungen wird. Was die Frage aufwirft, wie dieses Land seine wirklich großen Probleme lösen will…?