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Baustein der Versöhnung

Als eine weitere Geste der Aussöhnung mit den Aborigines hat Australien jetzt die UN-Erklärung zu den Rechten indigener Völker unterzeichnet. Nur die USA, Kanada und Neuseeland weigern sich noch.

Tanzende Aborigines (Foto: AP)

Die Aborigines sind einen weiteren Schritt vorangekommen auf dem Weg zur Gleichstellung

Mit diesem Schritt werde ein Neubeginn der Beziehungen zu den Aborigines markiert, sagte die Ministerin für Angelegenheiten der Ureinwohner, Jenny Macklin, bei der feierlichen Unterzeichnung im Parlament am Freitag (03.04.2009) in Canberra.

Er solle das Vertrauen zwischen den Ureinwohnern und dem Rest der Bevölkerung stärken. Bürgerrechtler lobten die Annahme als weiteren Baustein in dem "Versöhnungspuzzle zwischen dem weißen und dem eingeborenen Australien".

Hohe Symbolkraft

Mit der Annahme der UN-Deklaration ist keine juristische Verpflichtung verbunden. Für die Aborigines ist sie jedoch von hoher symbolischer Bedeutung in ihrem langen Kampf um gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung.

Sie verdeutlicht zudem den Kurswechsel der Mitte-links-Regierung von Ministerpräsident Kevin Rudd. Dessen konservative Vorgängerregierung unter John Howard hatte sich vor anderthalb Jahren noch gegen die Deklaration gestellt, die im September 2007 in der UN-Vollversammlung verabschiedet worden war. Zur Begründung hieß es damals, sie spalte die Gesellschaft und sei nicht umsetzbar.

Recht auf eigene Kultur und Traditionen

Aborigine-Älteste Matilda House mit Ministerpräsident Rudd und der damalige Oppositionschef Nelson (Foto: AP)

Mit einer Entschuldigung setzte die Regierung von Ministerpräsident Kevin Rudd (l.) einen Aussöhnungsprozess in Gang

Australien gehörte bisher neben den USA, Kanada und Neuseeland zu den einzigen vier Ländern, die die Resolution ablehnten. 143 Staaten stimmten zu, elf enthielten sich der Stimme.

Die Erklärung spricht den mehr als 370 Millionen Ureinwohnern weltweit das Recht zu, ihre eigene Kultur und ihre Traditionen aufrechtzuerhalten. Außerdem sind Standards für den Kampf gegen Diskriminierung festgelegt.

Entschuldigung für erlittenes Unrecht

In einer als historisch charakterisierten Erklärung hatte sich Premierminister Rudd im Februar vergangenen Jahres bei den Aborigines für die jahrhunderte lange unwürdige und erniedrigende Behandlung entschuldigt.

Seine Bitte um Verzeihung richtete sich auch an die Aborigines-Kinder. Statistiken zufolge waren bis in die 1970er Jahre hinein etwa 100.000 Kinder ihren Eltern gewaltsam weggenommen worden, um ihre Assimilierung in die von den Weißen dominierte australische Gesellschaft zu erreichen. Derzeit leben unter den 21 Millionen Australiern rund 450.000 Ureinwohner.(uh/gri//afp/ap/kna)

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