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Wissen & Umwelt

Baumwolle zum Essen

Baumwollpflanzen vor der Ernte (Foto: AP)

Gift aus den Samen und schon ist er da, der gesunde Snack!

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis Sie Ihr T-shirt aufessen können – aber immerhin haben US-Forscher der Texas A&M University es geschafft, ein Gift im Samen der Pflanze unschädlich zu machen, so dass man diesen bedenkenlos knabbern kann. „Es gibt eine Menge armer Leute, die sich eine Ernährung mit einem vernünftigen Gehalt an Protein nicht leisten können“, sagte Keerti Rathore, einer der Forscher.

Der Samen der Baumwolle enthält viele Proteine und sobald das darin enthaltene Gift namens Gossypol ausgeschaltet ist, ist er sehr nahrhaft. Allein die Menge an Baumwolle, die derzeit schon weltweit angebaut werde, enthalte genug Proteine, um damit 500 Millionen Menschen zu ernähren, so die Forscher.

Baumwollshake für die Gesundheit

Noch ist es aber nicht soweit. Bevor der entgiftete Baumwollsamen pur oder in Form von Shakes, Brot oder Keksen auf den Markt darf, müssen sich die Vermarkter noch viele Behördensiegel abholen. Immerhin erfüllt der ungiftige Baumwollsamen aber bereits die Standards der Weltgesundheitsorganisation.

Die einzigen, die wie bisher munter weiter den giftigen Original-Baumwollsamen kauen können, sind Rinder. Ihr Verdauungssystem schafft es von alleine, Gossypol unschädlich zu machen. Andere Tiere und Menschen bekommen davon Herz- und Leberschäden. Die Suche nach dem giftfreien Baumwollsamen dauert schon lange.

In den 50er Jahren schafften es Wissenschaftler, eine Baumwollsorte zu züchten, indem sie ein Gen ausschalteten, das für die Produktion des Giftes Gossypol zuständig ist. Das Gift hat aber auch die Aufgabe, schädliche Insekten abzuwehren. Weil dieses Gift nun fehlte, ging die Baumwolle ein. Die Forscher der Texas A&M University haben es jetzt geschafft, dass die Produktion des Giftes ausschließlich im Samen gestoppt wird. Schädlinge kann die Pflanze somit weiter abwehren.

Autorin: Marlis Schaum/AP

Redaktion: Ursula Kissel