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Digitales Leben

#Bataclan: Hilferufe über Twitter

Nach den Anschlägen in Paris suchen viele über soziale Netzwerke verzweifelt nach vermissten Angehörigen oder Freunden. Noch in der Nacht boten zahlreiche Pariser gestrandeten Landsleuten und Touristen eine Bleibe an.

"Alarm! Wenn jemand etwas über Lola, 17, weiß, heute nacht im #Bataclan, meldet euch bitte!" Oder: "Ich suche meine kleine Schwester Souad": "Mein Freund Thibault Pastor war im Bataclan, er meldet sich nicht: Bitte helft mir!"

Noch in der Nacht, in der eine beispiellose Terrorserie Paris heimsuchte, gingen auf Twitter unzählige ergreifende Nachrichten ein. Verzweifelte Menschen luden Fotos von Familienangehörigen und Freunden hoch, die sich an den Anschlagsorten aufhielten- wie in der Konzerthaale Bataclan. Manchmal kam schon bald darauf die erlösende Nachricht: "Ja. Mir geht es gut." Doch andere warten auch am folgenden Tag immer noch auf ein Lebenszeichen der Vermissten. In einer beispiellosen Welle der Solidarität retweeten zahlreiche Internetuser die Anfragen auf #Bataclan oder #Recherche (Suche). "Und nochmal: Hier ist ein Foto von Ariane und Guillaume, die im Bataclan waren. Wenn Sie etwas über die beiden wissen, sagen Sie mir Bescheid. Danke!"

Aktion #PorteOuverte

Auch der Hashtag #PorteOuverte (offeneTür) verbreitete sich Freitagnacht in Windeseile. Tausende von Pariser Bürgern boten in einer spontanen Hilfsaktion an, Einheimische und Touristen zu beherbergen, die aus Sicherheitsgründen oder aus Angst vor weiteren Anschlägen nicht mehr nach Hause oder in ihre Hotels konnten. "Wenn die Straßen blockiert sind, kann ich 2 bis 3 Leute in der rue des martyrs 9 unterbringen", twitterte @thom. Und @GabDeLioncourt schrieb: "Wenn ihr in der 20. Straße steckengeblieben seid, sind auf meinem Sofa zwei Plätze frei."


Die hilfsbereiten Angebote kamen aus der ganzen Stadt, vor allem aber aus Vierteln rund um die Anschlagsorte. 480.000 Tweets wurden bei der #PorteOuverte-Aktion abgesetzt. Diese Solidaritätsaktion brachte den Bürgern von Paris bei den Internetusern im eigenen Land und weltweit zahlreiche Sympathiebekundungen ein. Unter dem hashtag #"Noussommestousunis" (wir sind alle vereint) gab es – wie auch schon im Januar nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt zahlreiche Solidaritätsbekundungen.

suc/as (afp)