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Aktuell Welt

Basis Ramstein wichtig für US-Drohnenangriffe

Spielt der US-Stützpunkt in Ramstein eine entscheidende Rolle bei den unbemannten Flugzeug-Angriffen? Ein ehemaliger Drohnenpilot erklärt: Ohne Deutschland wäre der gesamte US-Drohnenkrieg gar nicht möglich.

Die US-Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein (Artikelbild) ist nach Recherchen des NDR, des WDR und der "Süddeutschen Zeitung" die Schaltstelle bei den umstrittenen Drohnen-Angriffen der USA in Ländern wie Pakistan, Jemen oder Somalia. Nach Erkenntnissen der drei Medien werden Live-Bilder der Drohnen-Einsätze in Ramstein analysiert und mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. Laut den Medien befindet sich auf der Basis in Ramstein seit Februar 2003 eine von weltweit fünf Einheiten, die Drohnenbilder auswerten. Zudem wird die Basis als Relaisstation genutzt, um Steuerungsbefehle an die weltweit operierende Drohnenflotte zu übermitteln.

"Ohne Deutschland liefe gar nichts"

"Deutschland ist essenziell für alle amerikanischen Drohnen-Operationen weltweit. Ohne die Ramstein Air-Force-Base wäre das alles nicht möglich", sagte der ehemalige Drohnen-Pilot Brandon Bryant den deutschen Medien. Die neuen Recherchen stützen sich auf amerikanische Dokumente und eben die Aussagen des 28-jährigen Ex-Piloten, der nach eigenen Angaben bis April 2011 von New Mexico in den USA aus Drohnen steuerte.

Drohnen sind unbemannte Flugzeuge. Die USA setzen sie - mit Raketen bestückt - in ihrem Kampf gegen den Terrorismus ein. Die Piloten steuern die Maschinen oftmals tausende Kilometer entfernt von einem Computer aus.

US Drohne über dem Jemen (Foto: dpa)

Eine US-Drohne über dem Jemen

Bryant gab an: "Bei den mehr als 6000 Stunden, die ich geflogen bin,...gab es keinen einzigen Fall, in dem ich Ramstein nicht angerufen hätte, um mich mit meiner Drohne verbinden zu lassen."

Nach seinen Worten ist auf der Luftwaffenbasis die zentrale Relais-Station, die die Piloten in den USA mit ihrer Drohne in Einsatzgebieten wie Pakistan oder Jemen verbindet. Wegen der großen Entfernung zwischen den Einsatzgebieten und den Standorten der Drohnenpiloten in den USA müsse das Signal der Drohne über Deutschland umgeleitet werden, per Satellit und Erdkabelverbindung. Laut den Medien belegen interne Dokumente der US-Militärs die Angaben.

US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem Berlin-Besuch im vergangenen Juni versichert, dass Deutschland nicht als Ausgangspunkt für US-Drohnenangriffe in Afrika genutzt wird. "Ich weiß, dass es einige Berichte in Deutschland gegeben hat, dass das eventuell der Fall sei. Das ist nicht der Fall", sagte er.

Mit den Drohnen-Angriffen, die wegen der Tötung unbeteiligter Menschen umstritten sind, soll sich auch der an diesem Donnerstag eingerichtete NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags beschäftigen.

se/wl (ard, wdr, afp, dpa)

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