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Wirtschaft

BASF steigt bei South Stream aus

Der deutsche Chemiekonzern BASF ist bei dem gescheiterten Pipeline-Projekt South Stream ausgestiegen. Dem Röhrenproduzenten Salzgitter AG beschert diese Entscheidung einen Millionenverlust.

Die BASF-Tochter Wintershall habe ihre 15-prozentige Beteiligung an der South Stream Transport B.V. an den russischen Partner OAO Gazprom veräußert, teilte BASF am Montag mit. Damit sei BASF komplett bei South Stream ausgestiegen, sagte eine Firmensprecherin. Der Staatskonzern Gazprom habe so viel gezahlt, wie BASF an Kapital eingesetzt habe, so der Chemiekonzern in Ludwigshafen.

Der französische Energiekonzern EDF und der italienische Energiekonzern Eni teilten ebenfalls mit, sie hätten ihre Anteile an Gazprom verkauft. Gazprom übernahm von Wintershall, EDF und Eni nach eigenen Angaben insgesamt 50 Prozent der Anteile an South Stream Transport. Damit hält Gazprom nun 100 Prozent der Anteile.

Wegen des Wintershall-Rückzuges muss auch die Salzgitter AG einen herben Rückschlag hinnehmen. Der Konzern, der gerade begonnen hatte, sich von schweren Verlusten zu erholen, sieht jetzt einer Ergebnisbelastung im zweistelligen Millionenbereich entgegen. Außerdem müsse der Röhrenbauer Europipe - eine Gemeinschaftsfirma der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte - seine Produktion für die geplante Leitung aus Russland "bis auf weiteres, voraussichtlich mindestens bis zum 19. Februar 2015, auszusetzen", teilte die Salzgitter AG am Dienstag mit. Bisher war nur von einem Aufschub bis zum 1. Januar die Rede gewesen

South Stream Transport war gegründet worden, um den Teil der Gaspipeline zu bauen, der durch das Schwarze Meer verlaufen sollte. South Stream sollte Europa vom Süden her mit russischem Gas versorgen. Das Gas sollte vom Schwarzen Meer durch Bulgarien sowie weitere EU-Länder und Serbien führen und in einem Gasverteilzentrum bei Wien münden.

Schuld ist die Ukraine-Krise

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Anfang Dezember erklärt, South Stream werde derzeit nicht verwirklicht, weil Bulgarien nötige Bauarbeiten am Meeresgrund behindere. Dafür machte Putin letztlich die EU-Kommission verantwortlich.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise war das Pipeline-Projekt zum umkämpften Faustpfand zwischen Moskau und der EU geworden. Nach erheblichem Druck aus Brüssel und Washington hatte Bulgarien im Juni die Vorarbeiten ausgesetzt. Offiziell bemängelte die EU, dass bei der Vergabe von Aufträgen für South Stream europäisches Recht verletzt worden sei.

zdh/dk (afp, rtr, dpa)

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