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Wirtschaft

Barroso geht zu Goldman Sachs

Zehn Jahre lang war José Manuel Barroso EU-Kommissionspräsident. In Zukunft arbeitet er für die US-Investmentbank Goldman Sachs. Wie es scheint, soll er dort als eine Art Brexit-Berater fungieren.

Und wieder wechselt ein ehemaliger Spitzenpolitiker in die Wirtschaft. Der frühere Chef der EU-Kommission übernimmt bei Goldman Sachs einen Berater-Job und wird zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Londoner Tochtergesellschaft Goldman Sachs International (GSI). Ihren Hauptsitz hat die amerikanische Investmentbank in New York.

Der Einsatzort London und Äußerungen von Barroso selbst nähren Spekulationen, der 60-Jährige sei vor allem verpflichtet worden, um bei der Bewältigung der Folgen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU zu helfen. So wurde Barroso von der "Financial Times" mit den Worten zitiert, er werde alles tun, um die negativen Effekte der Brexit-Entscheidung zu lindern.

"Präsident ohne Geschäftsbereich"

Goldman Sachs versuchte diesem auch von mehreren Medien kolportierten Eindruck entgegenzutreten. Gespräche mit Barroso habe es seit einem Jahr gegeben, erklärte das Unternehmen gegenüber dem US-Sender CNBC.

Offiziell wurde der Ex-Politiker als Berater und "Präsident ohne Geschäftbereich" engagiert. Er solle die Bank bei der Beratung von Kunden unterstützen, die "mit dem herausfordernden und unsicheren wirtschaftlichen Marktumfeld" zurechtkommen müssten, erklärten die Co-Chefs von GSI.

Brexit wird zum Problem der US-Banken

Fakt ist allerdings, dass das Brexit-Votum der Briten die US-amerikanischen Banken besonders hart trifft. Schließlich nutzen sie das englischsprachige Finanzzentrum London bislang quasi als "Eintrittspforte" zur Europäischen Union. Teilweise gibt es Zweifel, ob sie ihr Geschäft auch in Zukunft noch von der britischen Hauptstadt aus betreiben können.

Barroso war von 2004 bis 2014 EU-Kommissionspräsident. Davor war der Konservative zwei Jahre lang portugiesischer Ministerpräsident.

gri/cgn (dpa, afp, rtr)