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Sport

Barrichello gewinnt in Valencia

Im Alter von 37 Jahren rast Rubens Barrichello in Valencia an der Spitze ins Ziel. Dass Erfahrung nicht alles ist, stellt Luca Badoer unter Beweis. Der ein Jahr ältere Ferrari-Ersatzpilot hat einen peinlichen Auftritt.

Brawn-GP Pilot Rubens Barrichello biegt mit seinem weiss-gelben Formel 1-Wagen in eine scharfe Rechtskurve.

Auf der Strecke immer dann am schnellsten, wenn es darauf ankam: Valencia-Sieger Rubens Barrichello (Foto: dpa/Jan Woitas)

Rubens Barrichello war aus der zweiten Startreihe ins elfte Rennen der Saison gegangen. Auch ohne das beim Start günstige KERS-System konnte der Brasilianer diesen Rang behaupten. Anders erging es seinem Teamkollegen Jenson Button. Der hatte per Boxenfunk schon vor Rennbeginn über Probleme mit der Kupplung geklagt, beim Start büßte er gleich drei Plätze ein. An der Spitze zogen Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen mit ihren Silberpfeilen souverän ihre Runden. Vor allem der Weltmeister fuhr teilweise pro Runde über eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes.

Barrichello arbeitet sich auf Platz zwei

Mit steigender Renndauer bekamen immer mehr Fahrer Probleme mit den Reifen. Die große Hitze an der spanischen Mittelmeerküste setzte den Pneus zu. Die rennentscheidenden Szenen spielten sich folgerichtig an der Box ab. Als der vor ihm liegende Kovailainen zum ersten Auftanken abbog, attackierte Barrichello auf der Strecke. Er arbeitete einen Vorsprung heraus, der ihm erlaubte, auch nach seinem eigenen Stopp wieder als Zweiter auf den Kurs einzubiegen.

Ein Boxenstopp bringt die Entscheidung

Rubens Barrichello steht Arm in Arm mit dem Zweitplatzierten Lewis Hamilton und dem Dritten Kimi Räikkönen

Nach fünf Jahren wieder ganz oben: Rubens Barrichello zwischen dem Zweitplatzierten Lewis Hamilton und dem Dritten Kimi Räikkönen (Foto: Jan Heyder/dpa)

Jetzt machte Barrichello Jagd auf den führenden Silberpfeil, konnte den Abstand auf Hamilton aber nicht entscheidend reduzieren. Unerwartete Hilfe kam dann von der McLaren-Mercedes Mannschaft in der Box. Die Mechaniker verpatzen den zweiten und letzten Boxenstopp von Lews Hamilton gehörig. Weil die Reifen nicht rechtzeitig bereit waren, stand der Weltmeister die kleine Ewigkeit von 13 Sekunden und musste zusehen, wie der bereits sicher geglaubte Sieg doch noch verloren ging. Denn auf der Strecke war Barrichello wieder zur richtigen Zeit hellwach, brannte auf Kommando die schnellste Rennrunde in den Asphalt und zog an Hamilton vorbei. Der Rest war eine Triumphfahrt. Fünf Jahre nach seinem letzten Erfolg feierte „Rubinho“ in Valencia seinen zehnten Grand-Prix Sieg. Schon kurz nach der Zielflagge ließ er seinen Tränen freien Lauf.

Zwei Punkte für Button - Vettel scheidet aus

Sebastian Vettel verlässt mit hängendem Kopf seinen defekten Red-Bull Rennwagen

Zweites Ausscheiden in Folge: Für Sebastian Vettel muss seine Titelambitionen begraben (Foto: Biel Alino/dpa)

Nur 2,3 Sekunden hinter Barrichello kam Weltmeister Hamilton ins Ziel. Dritter wurde Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen vor Kovailainen im zweiten McLaren-Mercedes. Bester Deutscher war Williams-Fahrer Nico Rosberg auf Rang fünf. Der WM-Führende Jenson Button konnte sich mit seinem BrawnGP-Renner in Valencia als Siebter immerhin zwei Punkte sichern. Adrian Sutil kam in seinem Force India auf einen respektablen zehnten Rang, vor Nick Heidfeld im BMW Sauber. Timo Glock im Toyota wurde 14. Kein guter Tag war es für Sebastian Vettel. Zunächst hatte er Probleme beim tanken und musste zwei Runden nach seinem ersten Stopp erneut an die Box. In der 24. Runde musste er dann seinen Rennwagen mit einem Motorschaden abstellen. Nach dem zweiten Ausscheiden in Serie hat er damit wohl keine Chance mehr auf den WM-Titel.

Badoer mit peinlicher Vorstellung

Luca Badoer biegt mit seinem roten Ferrari in eine scharfe Rechtskurve.

Kein Punkt bei 50 Formel-1 Starts: Luca Badoer fuhr auch in Valencia hinterher (Foto: Biel Alino/dpa)

Für turbulente Szenen sorgte Luca Badoer im zweiten Ferrari. Der Ersatz-Pilot für den verletzten Felipe Massa konnte sich nach den verpatzen Trainingsfahrten am Freitag und Samstag kaum steigern, wieder hatte er mehrere Dreher und handelte sich zu allem Überfluss noch eine Durchfahrtsstrafe ein. Am Ende landete er auf dem vorletzten Rang und untermauerte seinen Ruf als schlechtester Formel-1-Pilot aller Zeiten. Bei 50 Starts konnte er nie auch nur einen WM-Punkt einfahren. Das dürfte bei den stolzen Italienern den Schmerz der abgeblasenen Rückkehr von Rekordweltmeister Michael Schumacher noch einmal vergrößern.

Autor: Jens Krepela

Redaktion: Stefan Nestler