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Musik

Barenboim-Said Akademie eröffnet in Berlin

In der Barenboim-Said-Akademie lernen Studierende aus dem Mittleren Osten nach einem ganzheitlich-humanistischen Lehrplan. Nach zwei Jahren Umbauarbeiten kann nun an der Berliner Musikhochschule unterrichtet werden.

Eine "Hochschule des Lebens" war die Vision des Dirigenten Daniel Barenboim, der 1999 zusammen mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra gründete. Das Orchester besteht aus Musikern aus Israel und arabischen Ländern.

Nun wird die Barenboim-Said-Akademie an diesem Donnerstag offiziell eröffnet. Standort ist das ehemalige Kulissenlager an der Staatsoper Berlin. Dort wurde vom amerikanischen Architekten Frank Gehry den "Pierre-Boulez-Saal" entworfen, der am 4. März 2017 mit Konzert und Festakt eingeweiht wird.

Von den Umbaukosten in Höhe von 35,1 Millionen Euro kamen 21,4 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin Monika Grütters, den Rest wurde mit Spenden abgedeckt. Den Regelbetrieb finanziert der Bund zunächst mit 5,5 Millionen Euro jährlich; der Betrag soll bis 2019 auf rund sieben Millionen Euro im Jahr wachsen. 37 Studenten aus dem Nahen Osten haben dort ihre vierjährige Ausbildung begonnen, zu der nicht nur Musik sondern auch weitere Geisteswissenschaften wie Philosophie, Geschichte und Literatur gehört. In den kommenden Jahren soll die Zahl der Studierenden auf rund 90 anwachsen.

Edward Said

Wie Daniel Barenboim wurde auch Edward Said (1935-2003) von einer Vision der Versöhnung getragen

Musikhochschule als Versöhnungsprojekt

"Die Akademie wird Begegnungsmöglichkeiten schaffen, die in dieser Dichte wohl an kaum einem anderen Ort der Welt möglich wären", sagte Frank-Walter Steinmeier der Zeitung Tagesspiegel am Donnerstag. Musik könne die Welt zwar nicht verändern, fuhr der Bundesaußenminister fort, aber "Sensibilität und Aufmerksamkeit schaffen, das gelingt über Kultur häufig eindringlicher als über eine politische Konferenz."

Daniel Barenboim, Künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, nannte die Barenboim-Said-Akademie ein "Experiment in Utopie"; jeder Absolvent solle als Hoffnungsträger im Friedensprozess hervorgehen. Warum in Berlin? "Der richtige Ort wäre zum Beispiel Ramallah, Tel Aviv oder Damaskus", sagte Barenboim.  Das sei nicht möglich, aber: "Berlin ist ideal, weil es seit dem Mauerfall die Musikhauptstadt der Welt geworden ist."

 rf/rey (dpa, tagesspiegel)

 

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