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Sprachbar

Bar

In der Bar trinkt man etwas mit Freunden, das Bar zeigt uns den Luftdruck. Man kann aber auch bar bezahlen. Das Wörtchen, das manchmal auch nur ein Wortteil ist, hat jede Menge Bedeutungen und Anwendungen.

Gläser mit bunten Getränken und verzierten Strohhälmen

In einer Cocktailbar kann man die unterschiedlichsten Cocktails probieren

Unscheinbar kommt es daher. Nur drei Buchstaben besitzt dieses sprachliche Etwas, dafür hat es mindestens vier geschichtliche Ursprünge: im Althochdeutschen, dem Griechischen, dem Englischen und Französischen. Steht mal vorne bei einem Wort, mal hinten, mal bloß für sich, ist Adjektiv und Substantiv, ein Raum, eine physikalische Einheit, kurz ein sprachlicher Tausendsassa, aber – wie gesagt – unscheinbar dieses b-a-r.

Bares Geld bald Vergangenheit

Nur Bares ist Wahres. So lautet das Motto all derjenigen, die lieber Geldscheine und Münzen in den Händen fühlen als ihr Guthaben auf dem Papier zu lesen, als Aktie, Spar- oder Kaufvertrag. Ganz zu schweigen von blinkenden Zahlen auf dem Computerbildschirm, die Konto- oder Börsennotizen angeben. Das Wichtigste am Bargeld ist natürlich: man weiß, was man hat. Denn bei einem abgeschlossenen Kaufvertrag kann der Käufer ja unzuverlässig sein und der Verkäufer müsste lange auf die Überweisung warten. Im Jahr 2020 allerdings hat der Spruch wohl seine Bedeutung verloren, denn dann wird sicher nur noch hin- und her gebucht, der verknitterte Geldschein und die klingende Münze zum vergangenen Zeitalter gehören.

Die Cocktailbar aber wird es immer noch geben. Und viele andere Bars neben ihr. Klassischerweise verrauchte Lokale mit spärlicher Beleuchtung und einer großen Auswahl an alkoholischen Getränken. Vom Barmann, der meistens Barkeeper genannt wird, bekommt man alles im Mixer geschüttelt (wahlweise auch gerührt), was das Regal an Schnaps, Likör, Whisky und Weiterem zu bieten hat. Bardamen sind dagegen in der Regel eher daran interessiert, den Umsatz der teuren Getränke zu steigern, abgesehen von anderen Interessen am wahren Baren.

Die Bar für Hochprozentiges und Physik

Sitzen kann man nicht nur in, sondern auch an der Bar und das in fast jeder Gastwirtschaft oder Kneipe, in Hotels und Bistros. Die Bar als Theke verdankt ihren Namen der Stange, die sich auch heute oft noch am Tresen findet, zur Zierde oder als praktische Stütze zum lässigen Anlehnen. Die Stange, la barre, an der Bar diente früher vor allem dazu, diejenigen, die ausschenken von den Trinkenden zu trennen. Wer sich zu viel an Bier, Wein, Cognac oder anderem Hochprozentigen einschenken ließ, musste auf Distanz gehalten werden. Denn allzu oft zeigten sich die Gäste nach einigen Gläsern bar jeder Vernunft, also ganz ohne Verstand und fabrizierten nicht selten baren, nämlich reinen Unsinn. Barfüßig sollen manche nach Hause geschickt worden sein.

Das Bar hat wenig zu tun mit seiner sprachlichen Schwester, in der geplaudert und getrunken wird. Physiker haben das Bar als Einheit für den Luftdruck erkoren, was jetzt genauso wie die griechische Herkunft nicht rasend spannend ist. Aber wer etwas sucht, um bei der nächsten Einladung zum Essen oder in die Cocktailbar anzugeben, könnte sich merken: "das Schwere" hat dem Luftdruck wie dem Bariton mit seiner tiefen Stimme den Namen gegeben.

Vielfältig wandelbar

Aber weder als das noch als die Bar zeigen die drei Buchstaben ihre wahre Stärke. Groß raus kommt "-bar" erst als kleines Anhängsel, wird tausendfach verwendet und macht aus Verben Adjektive, die etwas vorzuweisen haben. Das Wasser ist trink-bar, das Musikstück spiel-bar, der Geruch wahrnehm-bar. Begeh-bar ist der anstrengende Wanderpfad, verwund-bar auch der größte Held, schmeck-bar, wenn der Koch Salz statt Zucker ins Dessert gerührt hat.

Negativ geht’s übrigens auch, pathetisch und endgültig dazu, was solche Worte bei Politikern sehr beliebt macht: unaufschiebbar sei das neue Gesetz zur Gesundheitsreform, unanfechtbar die Argumente dafür, denn die Entwicklung der Gesellschaft sei unaufhaltbar. Die Opposition betrachtet die Vorschläge dagegen als unbrauchbar und untragbar, die Argumente als unhaltbar. Bleibt am Ende nur der Gang an die Bar, um sich darüber klar zu werden, dass Gesetze schwer verhandelbar sind.

Sonderbare Zufälle

Übrigens haben weder der Barbier, noch der Barbar irgendetwas mit einem Lokal, einer Theke oder dem Luftdruck zu tun. Das sind einfach nur sprachliche Zufälle –obwohl – ein bisschen sonderbar ist es ja schon.

Fragen zum Text

Wie viele geschichtliche Ursprünge hat das Wort bar mindestens?

1. einen

2. zwei

3. vier

Wozu diente ursprünglich die Stange an einer Theke?

1. Um Männer und Frauen voneinander zu trennen.

2. Um regelmäßig darüber springen zu können um sich sportlich fit zu halten.

3. Um die, die Getränke ausschenken, von denen, die trinken zu trennen.

Was ist die physikalische Einheit für den Luftdruck?

1. das Bar

2. die Theke

3. der Bariton

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Cocktailbar eröffnen. Erstellen Sie einen Plan, wie die Cocktailbar aussehen soll und was Sie Ihren Gästen an Besonderheiten bieten möchten. Folgende Fragen können Ihnen bei der Planung helfen:

In welchem Stil würden Sie die Cocktailbar einrichten?

Soll es nur eine lange Bar geben, an der man sitzen kann oder gibt es auch viele Tische? Können die Gäste auch Essen bestellen, oder bieten Sie nur Getränke an?


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