Bannerskandal: DFB ermittelt gegen FC St. Pauli | Fußball | DW | 13.02.2017
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Bundesliga

Bannerskandal: DFB ermittelt gegen FC St. Pauli

"Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt" - ein verletzendes Banner beim Zweitligaspiel FC St. Pauli gegen Dynamo Dresden könnte die Hamburger teuer zu stehen kommen. Der Kontrollausschuss des DFB ermittelt.

Das Spruchband im Stadion des FC St. Pauli im Spiel gegen Dynamo Dresden hat Konsequenzen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird gegen die Hamburger ein Ermittlungsverfahren einleiten. Das Gremium werde vom FC St. Pauli eine Stellungnahme anfordern und den Sachverhalt anschließend bewerten, teilte der DFB am Montag auf Anfrage mit. Während des Spiels am Sonntag gegen Dynamo war auf der Fan-Tribüne im ausverkauften Millentor-Stadion ein Transparent mit der Aufschrift "Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos" gezeigt worden. Die Aussage nahm Bezug auf die Bombenangriffe der Alliierten auf Dresden 1945. Am Montag jährten sich die Angriffe zum 72. Mal.

"Eine Grenze überschritten"

Die Vereinsführungen und Fan-Verantwortlichen des FC St. Pauli hatten sich vom Inhalt des Spruchbandes deutlich distanziert. Damit sei "eine Grenze überschritten worden", hieß es in der Stellungnahme der Hamburger noch am Sonntagabend. Es würden "die Toten der Luftangriffe auf Dresden verhöhnt". Weiter schrieb der Club in der Mitteilung: "Für das Verhalten seiner Anhänger möchte sich der FC St. Pauli bei Dynamo Dresden, seinen Fans und allen Angehörigen der Opfer der Angriffe vor 72 Jahren entschuldigen."

Die Führung von Dynamo Dresden hatte das Spruchband ebenfalls scharf verurteilt. "Opfer von Krieg und Gewalt zu verhöhnen - das überschreitet nicht nur alle Grenzen des Geschmacks und der Meinungsfreiheit, es ist nicht zu akzeptieren und untergräbt unsere auch im Sport geltenden humanistischen Werte", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. Derartige Entgleisungen dürften nie wieder geschehen. Die Sachsen begrüßten die Reaktion der Hamburger Vereinsführung. Diese hatten sich unmittelbar nach dem Spiel bei den Dresdnern gemeldet und sich persönlich sowie öffentlich entschuldigt.

jw/ck (mit sid, dpa)

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