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Wirtschaft

Banker fordern weltweit gleiche Regeln

In dieser Woche findet in Frankfurt das große Branchentreffen der Banken statt, die Euro Finance Week. Im Ringen um ein stabileres Finanzsystem haben führende Banker globale Standards angemahnt.

Banken-Skyline in Frankfurt (Foto: DW)

Bankenmetropole Frankfurt

Reformen sind unumgänglich damit das Finanzsystem stabiler und widerstandsfähiger werden kann. Und sie müssen möglichst schnell kommen, auch wenn die internationalen Eigenkapitalregeln von Basel III, die künftig riskante Geschäfte für Banken teurer machen, erst von 2013 an umgesetzt werden sollen. So gab Bundesbankpräsident Axel Weber den Finanzinstituten zu Beginn der Euro Finance Week in Frankfurt den Ratschlag: "Wenn Sie bis 2013 Zeit haben sich zu bewegen, um 2018 am Ziel sein zu müssen, lassen Sie sich eines sagen: Es ist nicht sinnvoll bis dahin zu warten. Diejenigen, die die Möglichkeiten haben, sich auf die neue Regulierung frühzeitig einzustellen, sollten dies tun."

Reformen werden Bankenlandschaft verändern

Bundesbankpräsident Axel Weber (Foto: AP)

Bundesbankpräsident Axel Weber zieht Lehren aus der Finanzkrise

Bundesbankpräsident Axel Weber ist davon überzeugt, dass die Reformen die Bankenlandschaft verändern werden. Es werde zu Änderungen der Marktstruktur kommen. Im Zuge der Einführung der schärferen Eigenkapitalregeln für Banken werde "vielleicht auch der eine oder andere aus dem Markt ausscheiden", so Weber. Das sei aber als Lehre der Finanzkrise durchaus gewollt: "Das ist die absolute Zielrichtung der neuen Regulierung."

Die von den Banken oft beklagten hohen Kosten, die mit den Regulierungsauflagen verbunden seien, die müsse man in Kauf nehmen. Ein stabileres Finanzsystem sei diesen Preis wert.

Zielvorgaben schnell umsetzen

Im Ringen um ein stabileres Finanzsystem mahnte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann sowie andere führende deutsche Banker und Aufseher einen internationalen Gleichschritt an. Sein Haus, so Ackermann, werde sich anstrengen, die Zielvorgaben schnell umzusetzen.

Zur Frage der Größe von Banken betonte Ackermann: "Es ist unbedingt notwendig, dass wir das über die nationalen Grenzen hinaus definieren." Die Finanzkrise, bei der weltweit Steuermilliarden ins System gepumpt wurden, hatte die Debatte entfacht, ob einige Institute nicht zu groß geworden sind und damit im Notfall zwingend gerettet werden müssen statt sie abzuwickeln.

Internationale Konkurrenz beachten

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann (Foto: AP)

Deutsche Bank-Chef Ackermann warnt vor Wettbewerbsnachteilen

Deutsche-Bank-Chef Ackermann beklagte noch einmal die für Deutschland geplanten höheren Auflagen für die Finanzinstitute. Die Systemstabilisierung sei zwar wichtig. Aber man dürfe darüber nicht die internationale Konkurrenz aus den Augen verlieren. Und das gelte nicht nur für die USA: Da fürchteten europäische Banken ja, dass sie die neuen Regeln nicht vollständig umsetzen könnten und ihnen dadurch Wettbewerbsnachteile entstünden: "Wir sollten hier immer auch überlegen, welche Möglichkeiten wir haben, um das ganze System resistenter und robuster zu machen - ohne Standortvorteile aufzugeben."

Die asiatischen Banken stünden schon in Wartestellung, bekräftigte auch Wolfgang Kirsch, Vorstandschef der DZ-Bank, die ein Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Bankengruppe ist: "Für wen Basel III kein Thema ist, der verfügt offensichtlich über Eigenkapital und offensichtlich über Liquidität." Den deutschen Banken drohe große Konkurrenz.

Das sieht auch Commerzbank-Chef Martin Blessing so. Laut Blessing geht es in der Debatte auch um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Schließlich hätten die Banken als Kreditgeber eine wichtige Funktion für die Realwirtschaft. Denn sie seien Partner vor allem der für Deutschland typischen großen Familienunternehmen, die im Ausland aktiv sind.

Autorin: Brigitte Scholtes (rtrd)

Redakton: Monika Lohmüller

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