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Wirtschaft

Banken stellen sich auf bessere Zeiten ein

Was haben die Konjunktur und ein Wellblechdach mit geringer Aufwärtsneigung gemeinsam? Es geht abwechselnd auf und ab, aber tendenziell langsam nach oben.

Das Symbolbild vom 22.01.2003 zeigt einen auf einem Tisch liegenden kleinen Erdhaufen, aus dem sich das zarte Pflänzchen Konjunktur dem Licht entgegenschiebt.

Der konjunkturelle Frühling naht

Banker sind eigentlich sehr nüchterne Menschen, aber sie können auch anders. Nicht nur der Vergleich der Konjunktur mit einem Wellblechdach wird im jüngsten Konjunkturbericht des Bundesverbandes Deutscher Banken bemüht, sondern sogar ein lyrischer. Die Erholung der deutschen Wirtschaft gleiche der Überwindung eines sehr strengen Winters, heißt es da. Die Tage würden wieder heller und länger, ab und zu komme auch die Sonne durch, aber insgesamt dominiere noch das nasskalte und regnerische Wetter.

Eine der schönsten Ansichten von Frankfurt am Main ist der Blick von Osten während der blauen Stunde auf die beleuchtete Ignatz-Bubis-Brücke, die sich im Main spiegelt, dahinter ragen die Hochhäuser der Banken und Konzernzentralen in den Himmel und bilden die Skyline, aufgenommen am Abend des 26.08.2008. Die Foto: Wolfram Steinberg +++(c) dpa - Report+++

Die privaten deutschen Geschäftsbanken sagen einen moderaten Aufschwung voraus

Gleichwohl erahnen die Banker den konjunkturellen Frühling, der Aufschwung soll in diesem und vor allem im kommenden Jahr selbsttragend werden. Allerdings auf niedrigem Niveau. 1,5 Prozent Wachstum sagen die Chefvolkswirte der privaten Geschäftsbanken für dieses und kommendes Jahr in Deutschland voraus. Auch die übrigen Industrieländer müssen sich auf eine schwache Dynamik einstellen. In den Schwellenländern hingegen soll es deutlich aufwärtsgehen. Sie werden 2010 und 2011 die Weltwirtschaft antreiben. Dabei wird Asien und insbesondere China wohl eine Schlüsselrolle spielen, allerdings warnt der Bankenverband vor einer Überhitzung der Wirtschaft. Ein robustes Wachstum machen die Volkswirte des Verbands in Brasilien, Indien, Polen, Estland und Litauen aus. In Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Lettland gehe es hingegen nur schleppend voran.

Bankenverband schließt Kreditklemme nicht mehr aus

Die Exportnation Deutschland wird davon profitieren, dass die Weltwirtschaft wieder wächst. Bei den Ausfuhren zeichne sich nach einem Einbruch im vergangenen Jahr nun wieder ein Plus von 7,5 Prozent ab. Die Arbeitslosenzahl dürfte in diesem Jahr bei rund 3,7 Millionen liegen, im kommenden Jahr bei 3,8 Millionen. Die privaten Geschäftsbanken befürchten allerdings, dass es ab Herbst zu akuten Engpässen in der Unternehmensfinanzierung kommen könnte, wenn die Firmen für Investitionen im Aufschwung mehr Geld brauchen.

Foto von Hans-Joachim Metternich am Donnerstag (25.02.2010) im Eichensaal des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. (Foto: dpa).

Hans-Joachim Metternich soll als Kreditmediator eine Finanzierungskrise bei den Unternehmen verhindern

Eine Gefahr, die auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht. Er hat daher das Amt eines sogenannten Kreditmediators geschaffen, der zwischen Unternehmen und Banken vermitteln soll. Auf den Posten hat Brüderle Hans-Joachim Metternich berufen, der zuletzt für eine rheinland-pfälzische Förderbank arbeitete. Der Wirtschaftsminister begründet seine Sorge vor allem mit der Lage der Finanzinstitute. Dort gebe es immer noch viele Risiken durch wertlose Papiere in den Bilanzen. Durch die Griechenland-Krise könnte sich die Lage noch verschärfen.

Griechisches Stabilitätsprogramm ist ambitioniert

In der Tat beobachten die Privatbanken die Entwicklung in Griechenland sehr aufmerksam. Die Sorge über eine Zahlungsunfähigkeit des Landes hat an den Märkten das Vertrauen in den Euro erschüttert. Allerdings halten die Banker das von Griechenland vorgelegte Stabilisierungsprogramm für ambitioniert und glaubwürdig. Jetzt komme es darauf an, dass Griechenland die zugesagten Sparmaßnahmen auch umsetze.

Ein Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Polizisten während des Generalstreiks in Athen. (Foto: AP)

Die Griechen reagieren mit Demonstrationen und Streiks auf die Sparmaßnahmen der Regierung

Als Konsequenz aus der Finanzkrise in Griechenland verlangt der Bankenverband von der EU, in Zukunft genauer hinzuschauen. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt lasse zu viele Lücken und erlaube es Ländern, über lange Jahre hinweg mit zu hohen Defiziten ohne Strafe in der Währungsunion davonzukommen, sagt Uwe Angenendt, Vorsitzender des Wirtschafts- und Währungsausschusses beim Bankenverband. Die Länder müssten gezwungen werden, ihre Haushalte mittelfristig auszugleichen. Eine Forderung, die sich auch an die deutsche Regierung richtet. Nach Berechnungen des Bankenverbandes droht der Bundesrepublik im laufenden Jahr ein Defizit von 5,2 Prozent, 2011 soll es immer noch bei 4,5 Prozent liegen.

Autorin: Sabine Kinkartz
Redaktion: Zhang Danhong

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