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Asien

Bangkoks Rothemden senden Hilfsappell an EU

Die thailändische Armee hat ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Regierungsgegner angekündigt. Gleichzeitig haben die Oppositionellen um die Entsendung von EU-Beobachtern gebeten.

Demonstranten (Foto: AP)

Die oppositionellen Rothemden fürchten neue Gewalt der Armee

Schon längst sind die Demonstrationen in Thailand gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva gewaltsam geworden - und die Krise verschärft sich immer weiter. Regierungsanhänger haben am Donnerstag (29.04.2010) ein Einschreiten des Militärs gefordert. Gleichsam im Gegenzug sendeten die oppositionellen "Rothemden" einen "dringenden" Appell an die Europäische Union, Beobachter zu schicken. Thailands Außenminister Kasit Piromya verbat sich eine Einmischung der internationalen Gemeinschaft in die inneren Angelegenheiten des Landes.

Brief an EU-Botschafter

Die Angst der "Rothemden" vor einer Eskalation der Lage ist offenbar groß. "Die Regierung geht mit Gewalt gegen unschuldige Demonstranten vor, und es ist wahrscheinlich, dass es weitere gewaltsame Niederschlagungen geben wird", sagte einer der Anführer der "Rothemden", Jaran Ditsatapichai. In dem Schreiben an den EU-Botschafter in Thailand, David Lipman heißt es, "wir appellieren an Sie als anerkannte internationale Organisation, Experten zu entsenden, um die Aktionen der Regierung zu beobachten". Schon in der vergangenen Woche hatten die "Rothemden" ein Hilfsgesuch an die UNO gerichtet.

Demonstranten in roten T-Shirts mit erhobenen Fäusten, davor Polizeikräfte mit Helmen (Foto: AP)

Seit sieben Wochen stehen sich "Rothemden" und Polizeihelme gegenüber, so auch am 23.04.2010

Aufruf zum Dialog

Am Mittwoch waren bei Auseinandersetzungen ein Soldat getötet und mindestens 18 Menschen verletzt worden. Seit diesem Tag sei klar, dass die Regierung Krieg gegen sie führe, rief ein Oppositioneller den Demonstranten in ihrem Barrikaden-Lager zu. "Ich glaube, dass nach diesen Geschehnissen mehr Menschen kommen und wir weiter kämpfen werden. Wir glauben, dass der Sieg nahe ist." EU-Botschafter Lipman rief die Demonstranten zum konstruktiven Dialog auf. Die Krise könne nur mit friedlichen und demokratischen Mitteln überwunden werden, sagte er.

Armeeeinsatz gefordert

Doch auch die Regierung hat Anhänger, die ihre Anliegen öffentlich kundtun. Auf Kundgebungen vor Kasernen im ganzen Land forderten die Unterstützer von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva, die Anarchie in Bangkok müsse beendet werden. Und dafür sollten die Armeekräfte eingesetzt werden. Militärsprecher Sansern Kaewkamnerd sagte, das Militär werde die Kontrollen an den Zufahrtsstraßen in das besetzte Geschäftsviertel von Bangkok verschärfen. Auf diese Weise sollten Waffentransporte in den Distrikt unterbunden werden. Außerdem solle dadurch verhindert werden, dass weitere Oppositionsanhänger in den Stadtteil gelangen.

Proteste seit sieben Wochen

Abhisit Vejjajiva (Foto: AP)

Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva soll den Weg für Neuwahlen freimachen

Die Regierungsgegner, die Neuwahlen fordern, halten trotz Versammlungsverbots seit Anfang April ein Einkaufsviertel in Bangkok besetzt. Sie verlangen von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva, das Parlament aufzulösen und Wahlen anzusetzen. Die Proteste werden vom früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra aus dem Exil unterstützt. Er hat vor allem die arme Landbevölkerung hinter sich. Seit Beginn der Proteste sind mindestens 25 Menschen getötet und 800 verletzt worden.

Autorin: Sabine Faber (dpa, rtr, apn, afp)

Redaktion: Dirk Eckert

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