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Aktuell Nahost

Bangen um verschleppte Christen in Syrien

Wieder haben IS-Extremisten wohl zahlreiche Christen entführt - diesmal in Syrien. Ihr Schicksal ist ungewiss. Wollen die Dschihadisten sie, wie kürzlich Christen in Libyen, ermorden?

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat im Nordosten Syriens mindestens 56 assyrische Christen entführt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet. Die Opfer seien bei der Stadt Al-Hassaka verschleppt worden. Assyrische Christen machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Syriens aus. Erst Mitte des Monats hatten IS-Anhänger in Libyen etliche koptische Christen aus Ägypten enthauptet - vor laufender Kamera.

IS-Kämpfer hatten am Montag nordwestlich von Al-Hassaka Dörfer angegriffen und einige Gebiete eingenommen, in denen mehrheitlich assyrische Christen wohnen. Zahlreiche Menschen seien geflohen, so Augenzeugen.

Tatbestand Völkermord

Der "Islamische Staat" kontrolliert vor allem in Syrien und im Irak riesige Gebiete, in denen er eine Gewaltherrschaft errichtet hat. Seine Bluttaten erfüllen nach Einschätzung von UN-Experten wahrscheinlich den Tatbestand des Völkermords. Der UN-Menschenrechtsrat warf den Extremisten vor, systematisch Angehörige bestimmter ethnischer und religiöser Gruppierungen anzugreifen, um sie zu vernichten. Dazu gehörten neben Christen auch Jesiden, Kurden und Turkmenen.

Die internationale Gemeinschaft verstärkt inzwischen ihren Kampf gegen die Terrormiliz. Frankreich setzt gegen die Dschihadisten im Irak jetzt auch den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" ein. Eine internationale Koalition greift den IS schon seit mehreren Monaten in Syrien und im Irak aus der Luft an. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei allein in Syrien bislang mindestens 1600 Menschen getötet.

Amnesty prangert an

An diesem Dienstag will die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in London ihren Jahresbericht zu Gewalt und Unrecht vorstellen. Im Mittelpunkt dürften der IS und die vor allem in Nigeria aktive Islamisten-Terrorgruppe Boko Haram stehen.

wa/mak (dpa)

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