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Welt

Bange Blicke

Nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Kenias Hauptstadt Nairobi beobachten Kinder, wie Rettungskräfte nach Überlebenden suchen. Pfusch am Bau in Verbindung mit tagelangem Regen könnte das Unglück ausgelöst haben.

Nach schweren Regenfällen eingestürzter Gebäudekomplex in Kenia (Foto: Reuters/T. Mukoya)

16 Tote haben die Rettungskräfte bisher geborgen, 135 Menschen wurden verletzt, mehr als 70 weitere Menschen wurden am Sonntagnachmittag noch unter den Trümmern vermutet, darunter zahlreiche Kinder. Zum Zeitpunkt des Einsturzes lebten rund 150 Familien in dem Gebäude.

Auslöser des Unglücks könnten tagelange Regenfälle sein. Warum genau das erst zwei Jahre alte Wohnhaus in dem dichtbesiedelten Armenviertel Huruma jedoch am Freitag in sich zusammenbrach, ist bislang unklar.

Kenias Präsident besuchte am Samstag die Unglücksstelle, er soll die Festnahme des Eigentümers der Immobilie angeordnet haben. Auch gegen die Architekten und Ingenieure soll ermittelt werden. Offenbar hätte das Gebäude laut kenianischen Bauvorschriften so nie errichtet werden dürfen.

Die nationale Bauaufsicht hatte es bereits vor einiger Zeit für unbewohnbar erklärt, abgerissen wurde es jedoch nicht. Schon vor dem Einsturz waren offenbar nach Starkregen Erdgeschoss und erstes Stockwerk abgesackt. Mehrere Nachbarhäuser wurden wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert.

Nairobis Gouverneur Evan Kidero machte Bestechlichkeit unter Baubeamten dafür verantwortlich, dass Bauherren die Vorschriften umgehen könnten. Im Zuge des aktuellen Baubooms in Kenia werden immer wieder Gebäude ohne Berücksichtigung der Bauauflagen errichtet.

jdw/gri (afp, dpa, ap)