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Aktuell Amerika

Bandenchef in Mexiko festgenommen

Drei Wochen nach dem Verschwinden von 43 Studenten ist in Mexiko der Chef einer Drogenbande gefasst worden, die in den Fall verstrickt sein soll. Von den Studenten fehlt jede Spur. In der Bevölkerung wächst der Zorn.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde Sidronio Casarrubias Salgado, Anführer der "Guerreros Unidos", zusammen mit einem seiner engsten Vertrauten gefasst. Waffen und Fahrzeuge wurden sichergestellt. Die Verdächtigen würden nun von Staatsanwälten für organisierte Kriminalität verhört, hieß es. Ihre Festnahme werde die Ermittlungen voranbringen, hofft man.

Zwei Bandenmitglieder geständig

Die 43 Lehramtsstudenten sind seit Ende September spurlos verschwunden. Sie waren nach Auseinandersetzungen in der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero von der örtlichen Polizei verschleppt und offensichtlich den "Guerreros Unidos" übergeben worden. Zwei Bandenmitglieder haben bereits den Mord an 17 Studenten eingeräumt.

Die Bande ist aus dem Drogenkartell Beltrán Leyva hervorgegangen und soll die Sicherheitskräfte von Iguala unterwandert haben. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Tat 36 örtliche Polizisten und 17 mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen.

Protest in Acapulco

Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Freitag in Acapulco für die Vermissten. Viele der Demonstranten waren vermummt. Sie zogen sie durch die Straßen der Urlauberstadt und skandierten "Lebend wurden sie entführt, lebend wollen wir sie zurück". Zugleich forderten sie den Rücktritt von Gouverneur Ángel Aguirre. Sie beschuldigen ihn, zu zögerlich zu handeln. Am Donnerstag hatten hunderte Studenten und Lehrer mit der Besetzung von Rathäusern in Guerrero begonnen. Auch sie sorgen sich um das Schicksal ihrer Kommilitonen.

Bürgermeister und seine Frau auf der Flucht

Sicherheitskräfte, Behörden und das organisierte Verbrechen in Guerrero stecken oftmals unter einer Decke. Es besteht unter anderem der Verdacht, dass Mitglieder der Bande "Guerreros Unidos" die Studenten im Auftrag der Ehefrau des Bürgermeisters von Iguala ermordeten, um eine Protestaktion am folgenden Tag zu verhindern. Der Bürgermeister und seine Frau sind flüchtig. Im Lauf der Ermittlungen waren Fahnder auf mehrere Massengräber gestoßen. Wie sich mittlerweile herausstellte, handelt es sich bei den dort endeckten Toten nicht um die Vermissten.

uh/pg (dpa,afp)