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Afrika

Banbury: "Es muss mehr gegen Ebola getan werden"

Der UN-Sonderbeauftragte für den Kampf gegen Ebola, Anthony Banbury, hat gerade die am stärksten betroffenen Länder besucht. Im DW-Interview berichtet er, was getan werden muss, um die Epidemie zu bekämpfen.

DW: Herr Banbury, nachdem Sie die Situation in Guinea, Liberia und Sierra Leone gesehen haben: Glauben Sie, dass Ihre UN-Mission für den Kampf gegen Ebola (UNMEER) das selbstgesetzte Ziel erreichen und innerhalb von 60 Tagen sicherstellen kann, dass 70 Prozent der Infizierten behandelt werden?

Anthony Banbury: Das Ziel, dass 70 Prozent der Infizierten innerhalb von 60 Tagen eine Behandlung erhalten, ist der Schlüssel dafür, dass wir eine Wende in dieser Krise einleiten. Wir vergleichen nun das, was für dieses Ziel notwendig ist, mit dem, was wir erwarten, dass es uns zur Verfügung stehen wird - nicht nur von UMEER selbst, sondern von allen Partnern, die gegen die Ebolakrise kämpfen. Dann sehen wir, was wir noch benötigen, um die Lücke zu schließen.

Aber nach Ihrem Besuch: Wie viel Zweifel haben Sie, dass Sie Ihr Ziel erreichen werden?

Was mich am meisten erschüttert hat, ist die furchtbare Lage der Menschen in diesen Ländern in Folge der Seuche. Es ist herzzerreißend. Das Risiko für die Menschen und für die Volkswirtschaften ist groß. Die internationale Gemeinschaft, inklusive UNMEER, muss einen Weg finden, um diese Krise zu beenden und diese Krankheit daran zu hindern, Menschen in diesen Ländern zu töten.

Bekommen Sie alle Mittel, die Sie brauchen?

Die Ressourcen treffen inzwischen ein. Im Nachhinein wünscht sich natürlich die ganze Welt, sie hätte schneller reagiert. Jetzt beobachten wir eine schnellere Mobilisierung. Aber es wird nicht genug getan. Mehr Länder müssen mehr Personal und anderes schicken, wie mobile Behandlungseinrichtungen und Testlabore. Wir brauchen mehr Fachkräfte, Hubschrauber und Geld für die Hilfsorganisationen - und wir brauchen das alles sofort.

Die Zahl der Menschen, die sich außerhalb Afrikas anstecken, steigt. Der neueste Fall ist der einer Pflegekraft in den USA. Könnte das die westlichen Länder dazu bringen, mehr zum Kampf gegen Ebola beizutragen?

Ich glaube, die Welt hat inzwischen eingesehen, dass die Ebola-Krise in Westafrika eine ernsthafte Bedrohung nicht nur für die Menschen in dieser Region, sondern auch darüber hinaus ist. Der beste Weg, alle Länder und alle Menschen in der Welt zu schützen, ist, Ebola am Ort des derzeitigen Ausbruchs zu stoppen.

Die Mitarbeiter in den Gesundheitseinrichtungen in Liberia drohen mit Streik. Was hätte das für Auswirkungen auf den Kampf gegen Ebola?

Ein Streik wäre natürlich verheerend für die Anstrengungen im Kampf gegen Ebola. Die Welt steht - auch im eigenen Interesse - in der Pflicht sicherzustellen, dass diejenigen, die im Kampf gegen Ebola an der Front stehen, bezahlt werden. Das ist das Mindeste, was wir tun können. Ebenso wie sicherzustellen, dass sie die notwenige Ausrüstung bekommen, um sich bei der Arbeit zu schützen. UNMEER bemüht sich, dass nicht nur die Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtungen, sondern auch die Mitglieder der Bestattungsteams ordentlich bezahlt werden. UNMEER arbeitet dazu mit Partnern wie der Weltbank, Regierungen und dem UN-Entwicklungsprogramm zusammen.

Anthony Banbury ist Chef der UN-Mission für den Kampf gegen Ebola (UN Mission for Ebola Emergency Response, UNMEER) mit Sitz in Ghana.

Das Interview führte Daniel Pelz.

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