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Aktuell Afrika

Ban will Sondertribunal für Südsudan

Sondertribunale sind nach den Tragödien in Ex-Jugoslawien, Ruanda oder Kambodscha eingerichtet worden. Nach den Gräueltaten im Südsudan drängt UN-Generalsekretär Ban nun auf eine ähnliche Verfolgung der Verbrechen.

Der UN-Generalsekretär hatte den Südsudan gerade erst persönlich besucht (Artikelbild). Nun zeigte sich Ban Ki Moon zusätzlich frustiert darüber, dass auch der jüngste Waffenstillstand in dem afrikanischen Krisenstaat schon wieder gebrochen wurde. Nach den Berichten über anhaltende Gräueltaten drängt er auf ein Sondertribunal, das die Verbrechen in dem blutigen Machtkampf ahnden und aufarbeiten soll.

Dem UN-Sicherheitsrat empfahl Ban die Einrichtung eines "gemischten oder internationalen Gremiums". Denn: Es gebe "vernünftige Gründe" für die Annahme, dass es im Südsudan in den vergangenen Monaten schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegeben habe. Die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Video ansehen 02:19

Ban vermittelt im Südsudan (06.05.2014)

Ban äußerte sich "enttäuscht" über den Bruch der am Freitag vereinbarten Feuerpause. Auch ein ähnliches Abkommen im Januar hatte nur wenige Tage gehalten. Er wiederholte seinen Appell, die Waffen für 30 Tage schweigen zulassen, damit die Bauern die Saat ausbringen könnten. Andernfalls drohe eine Hungersnot. "Wenn die Kämpfe weitergehen, wird bis zum Jahresende die Hälfte der zwölf Millionen Südsudanesen vertrieben oder verhungert sein", sagte der Koreaner.

Das ostafrikanische Land, bis 2011 der Süden des arabisch dominierten Sudans, versinkt seit fünf Monaten im Chaos und in ethnisch motivierter Gewalt. Auslöser war ein politischer Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Beide gehören zwei unterschiedlichen Volksgruppen an, den Dinka und den Nuer.

SC/wl (afp, dpa, APE)

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