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Politik

Ban verlangt Fortschritte beim Klimaschutz

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Teilnehmer des Klimagipfels in Cancun aufgerufen, konkrete Maßnahmen zu beschließen. Notfalls könnten diese auch weniger ehrgeizig ausfallen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei seiner Ansprache in Cancun (Foto: AP)

Ban Ki Moon: "Die Natur wartet nicht"

Mit einem eindringlichen Appell des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon ist der Weltklimagipfel in Cancún in die Schlussphase getreten. Zum Auftakt der Beratungen auf Minister-Ebene appellierte Ban am Dienstag (07.12.2010) an die Teilnehmer, eine Einigung zu erzielen. "Lasst uns nicht vergessen: Die Natur wartet nicht, während wir verhandeln", mahnte Ban die Vertreter von über 190 Staaten. In vier Jahrzehnten gebe es voraussichtlich neun Milliarden Menschen auf der Erde und zugleich müsse der Treibhausgasausstoß um 50 Prozent gesenkt werden. Bis Freitag haben die Minister Zeit, eine Lösung zu finden.

Die Gesundheit unseres Planeten ist in Gefahr

Logo Klimagipfel Cancun Mexiko 2010

Der Klimagipfel in Cancun soll einen Durchbruch bringen

Im Hinblick auf die letzten gescheiterten Klimakonferenzen – Bali, Poznan, und Kopenhagen – verlangte Ban von Cancún einen "Durchbruch". Dabei sollten sich die Staaten notfalls lieber weniger ehrgeizige Ziele setzen, um wenigstens in einzelnen Punkten voranzukommen, erklärte Ban. "Wir dürfen das Perfekte nicht zum Feind des Guten machen", redete er den Teilnehmern nochmals ins Gewissen. Die Stabilität der Weltwirtschaft, das Wohlergehen der Menschen und die Gesundheit unseres Planeten hingen von dieser Konferenz ab, so Ban.

Röttgen spricht von zähen Verhandlungen

Nach Angaben des deutschen Bundesumweltministers Norbert Röttgen verliefen die bisherigen Verhandlungen auf dem Weltklimagipfel allerdings schwierig und langsam. Die Klimakonferenz hat bisher zwar Fortschritte in den Bereichen Waldschutz, Technologietransfer und Finanzfonds gebracht, bei schwierigen Themen wie der Verringerung von Treibhausgasen und der Zukunft des Kyotoprotokolls nach 2012 gibt es noch keine Einigung. Röttgen sagte am Dienstag, sogar Verfahrensfragen für die letzten Konferenztage seien noch offen.

Bundesumweltminister Norbert Roettgen (Foto: Soeren Stache)

Skeptischer Umweltminister: sogar Verfahrensfragen sind noch offen

Auch wenn man nicht voraussagen kann, ob es ein Ergebnis geben werde, glaubt Röttgen allerdings, "dass es tatsächlich eine andere Atmosphäre hier in Cancun ist als in Kopenhagen“: konstruktiv und ergebnisorientiert. Keiner beabsichtige, nochmals en Scheitern erklären zu müssen. Außerdem habe Cancún bessere Aussichten, weil die Staaten nicht unter Druck stünden, einen großen Sprung zu schaffen. "Wir haben aus der Erfahrung in Kopenhagen gelernt und die Methode geändert und das ist die einer schrittweisen Bewegung“, sagte der Bundesumweltminister.

Im Kern gehe es jetzt darum, der Vereinbarung von Kopenhagen einen rechtlichen Rahmen zu geben und sie um mehrere Punkte auszuweiten. Im Moment gibt es CO2-Reduktionsziele nur für 40 Industrienationen. Länder wie Japan, Russland oder Kanada fordern Vorgaben auch für Schwellenländer. China dagegen will die bisherigen Vereinbarungen verlängern und lehnt konkrete Vorgaben für sich ab.

Aktivisten wollen mehr Anstrengungen

Aktivisten demonstrieren vor der Klimakonferenz in Cancun (Foto: AP)

Die Ziele sind den Aktivisten nicht ehrgeizig genug

Am Rande der Verhandlungen demonstrierten mehrere Tausend Menschen für deutlichere Anstrengungen beim Klimaschutz. Verschiedene Organisationen, darunter Greenpeace und Oxfam, organisierten zwei Märsche durch Cancun. "Wir wollen anzeigen, dass die hier versammelten Regierungen die falschen Lösungen anbieten", sagte Rogelio Alquiciras von der Nationalen Union der Autonomen Regionalen Bauernorganisationen.

Autorin: Anggatira Gollmer (dpa, rtrd)
Redaktion: Eleonore Uhlich

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