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Welt

Ban Ki Moon will fünf Jahre weitermachen

Seit 2007 steht Ban Ki Moon an der Spitze der Vereinten Nationen. Nun ist es offiziell: Der UN-Generalsekretär bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Deutschland unterstützt die Kandidatur.

Ban Ki Moon (Foto: dpa)

Ban Ki Moon, Jahrgang 1944

Er habe sich stets als "Brückenbauer" in einer Zeit des globalen Wandels verstanden und dies sei auch für die nahe Zukunft die große Herausforderung, erklärte Ban Ki Moon in New York. Damit gilt es als so gut wie sicher, dass Ban die einflussreiche Weltorganisation bis Ende 2016 führen wird. Denn die Wiederwahl des UN-Generalsekretärs hat Tradition, mit der in der Vergangenheit nur wenige Male gebrochen wurde. Gegenkandidaten sind nicht in Sicht, auch hat der südkoreanische Spitzendiplomat keine Feinde.

Richtig begeistert...

...ist allerdings auch niemand von ihm: Kritiker werfen dem 66 Jahre alten Ban, der den Posten des UN-Generalsekretärs zum Jahreswechsel 2006/2007 vom Afrikaner Kofi Annan übernahm, mangelnde Ausstrahlung und Hartnäckigkeit vor. Zudem habe er es versäumt, mächtige Länder wie China und Russland wegen von ihnen begangener Verstöße gegen die Menschenrechte anzuprangern. Fürsprecher des Südkoreaners würdigen insbesondere, dass er den Klimawandel, Frauenrechte und nukleare Abrüstung zu Schwerpunkten seiner Arbeit gemacht habe sowie seine Unterstützung für die jüngsten Demokratiebewegungen in Nordafrika und im Nahen Osten.

UN-Hauptquartier (Foto: AP)

New York, Sitz des UN-Hauptquartiers

Kurz vor Bekanntgabe seiner erneuten Kandidatur hatte die asiatische Staatengruppe dem Südkoreaner ihr Vertrauen ausgesprochen. Die UN-Vetomacht Frankreich schloss sich als eines der ersten Länder an. "Das ist eine sehr gute Nachricht, über die ich mich freue", ließ Außenminister Alain Juppé mitteilen. Ban Ki Moon habe in Krisenzeiten Mut und Entschlossenheit unter Beweis gestellt und in seiner ersten Amtszeit stets alles für die Vereinten Nationen gegeben.

Auch Deutschland befürwortet eine weitere Amtszeit Bans. "Er steht für Ausgleich, für Fairness auch zwischen den Ländern, und er steht für friedliche Konfliktlösungen." Das sei auch die Politik, die Deutschland in den Vereinten Nationen unterstütze, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Washington.

Gescheitert?

Von Journalisten musste sich Ban bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur allerdings die Kritik gefallen lassen, ausgerechnet seine zwei größten Wahlversprechen von 2006 nicht eingehalten zu haben: So sei weder das angekündigte globale Klimaabkommen zustande gekommen noch der Frieden in der sudanesischen Krisenregion Darfur. Auch die zugesagte Reform des schwerfälligen UN-Kolosses sei bisher kaum spürbar.

Gewählt wird der UN-Generalsekretär von der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Zuvor muss der UN-Sicherheitsrat seine Zustimmung erteilen. Bans erste Amtszeit endet am 31. Dezember 2011.

Autor: Christian Walz (dapd, dpa, afp, rtr)
Redaktion: Frank Wörner