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Südkorea

Ban Ki Moon kandidiert nicht für Präsidentschaft in Südkorea

Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will nicht für das Amt des südkoreanischen Präsidenten kandidieren. Er plant sogar sich komplett aus der Politik zurückzuziehen.

Das gab Ban in einer unangekündigten Pressekonferenz in Seoul bekannt. "Es tut mir leid, wenn ich viele Menschen damit enttäuschen werde", sagte er. Zuvor hatte Ban sich mit Mitgliedern konservativer Parteien getroffen.

Favorit in Präsidentschaftswahlen

Ende 2016 hatte der 72-Jährige das Amt des UN-Generalsekretärs an den Portugiesen Antonio Guterres abgegeben und war in seine Heimat Südkorea zurückgekehrt. Der oberste UN-Diplomat hatte in seiner Ära - sie begann 2007 - ein globales Klimaabkommen erstritten sowie den Vereinten Nationen neue programmatische Entwicklungsziele gegen Armut und Ungleichheit gesetzt. Eine Abspaltung der Regierungspartei in seiner südkoreanischen Heimat wollte ihn als Mitglied und Kandidaten für das Präsidentenamt gewinnen. Er galt als Favorit in den diesjährigen Präsidentschaftswahlen. Mitglied einer Partei war Ban allerdings nie.

Ban scheitert an Fahrkartenautomat

Anfang Januar war allerdings bekannt geworden, dass zwei seiner Verwandten unter Anklage in den USA stehen. Ihnen wird Korruption und Geldwäsche in Millionenhöhe vorgeworfen. Dadurch büßte auch Ban an Ansehen ein. 

Für weiteren Wirbel sorgten Bilder von einem vergeblichen Versuch Bans, an einem Fahrkartenautomat ein Ticket zu ziehen. Seine Zustimmungswerte sanken von 20,3 auf 13,1 Prozent. Ban beklagte sich bei der Pressekonferenz, sein "echter Patriotismus" und seine Hoffnungen seien einer Verleumdungskampagne zum Opfer gefallen.

Südkoreas gewählter Präsidentin Park Geun Hye waren im Dezember wegen Korruptionsvorwürfen die Amtsvollmachten entzogen worden. Wenn das Verfassungsgericht die Entscheidung des Parlaments bestätigt, kann Park nicht ins Amt zurückkehren. Dann müsste binnen 60 Tagen neu gewählt werden. Park war über die Korruptionsaffäre ihrer Vertrauten Choi Soon Sil gestolpert. Die Präsidentenfreundin soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Außerdem soll sich Choi in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben.

myk/jj (aft, rtrs)