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Aktuell Europa

Ban Ki Moon: Griechenland in Flüchtlingskrise nicht alleinlassen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stärkt Griechenland den Rücken. Er besuchte ein Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos. Dort hatte Ministerpräsident Alexis Tsipras für Ban ein Geschenk mit Symbolcharakter parat.

Griechenland geht nach den Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bewundernswert mit der Flüchtlingskrise um, benötigt aber mehr Hilfe der internationalen Gemeinschaft. "Lesbos ist eine Insel des Friedens - und euer Meer ein Meer der Solidarität", sagte Ban bei einem Besuch der Ostägäis-Insel.

Zuvor hatte der oberste Repräsentant der Vereinten Nationen in Athen den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras getroffen. Ban forderte mehr Hilfen für Athen, das in der Flüchtlingskrise besondere Lasten trägt. "Griechenland sollte bei dieser Herausforderung nicht alleine gelassen werden", sagte er. Allein könne es Athen nicht schaffen - die Verantwortung müsse in ganz Europa und der Welt geteilt werden. Der UN-Generalsekretärdankte Griechenland für seine "bemerkenswerte Solidarität und Großzügigkeit", die es trotz Wirtschaftskrise gezeigt habe.

Tsipras überreichte Ban als symbolisches Geschenk eine orange Rettungsweste (Artikelbild). Es sei eine von Tausenden, die an den Küsten Griechenlands gefunden wurden. "Es ist ein Überlebensmittel für die vielen tausend Flüchtlinge, die über die Ägäis auf griechische Inseln gekommen sind", sagte Tsipras.

UN sollen Verbindungen spielen lassen

Tsipras bat darum, dass die Vereinten Nationen ihren Einfluss nutzen, damit der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei bestehen bleibt. "Wir haben (mit dem Pakt) eine schwierige Einigung erzielt und kämpfen darum, dass sie beibehalten wird. Wir haben es damit geschafft, die Flüchtlings- und Migrationsströme und die vielen Todesfälle in der Ägäis zu stoppen", so der Regierungschef.

Die Europäische Kommission bestätigte das vor ein paar Tagen mit aktuellen Zahlen. Demzufolge kamen im Monat bevor der Flüchtlingspakt implementiert wurde, täglich rund 1740 Menschen über das Ägäische Meer nach Griechenland. Seit dem 1. Mai sank die Zahl auf 47. Tsipras mahnte, nicht zu vergessen, dass man sich geeinigt hatte, Flüchtlinge innerhalb der europäischen Länder gerecht zu verteilen.

3400 der 57.000 Migranten in Griechenland leben in Flüchtlingslagern auf der Insel Lesbos. Am Freitag war es im Registrierzentrum vor Ort zu Ausschreitungen gekommen. Etwa zwei Dutzend Migranten hatten mehrere Matratzen und einen Wohncontainer angezündet. Damit wollten sie gegen die nach ihrer Ansicht schlechten Lebensbedingungen im Aufnahme- und Abschiebelage Moria protestieren.

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Jaafars Videoblog #10 aus Lesbos: "Auf keinen Fall zurück in die Türkei" (21.03.2016)

ust/jj/sti (dpa, ap, rtr, afp, Europäische Kommission)

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