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Klimaschutz

Ban hofft auf Kooperationsbereitschaft Trumps beim Klimaschutz

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erhofft sich vom designierten US-Präsidenten Trump Kooperation in Sachen Klimapolitik. Im amerikanischen Wahlkampf war der Unternehmer als Klimaschutzgegner aufgetreten.

Bei der Weltklimakonferenz im marokkanischen Marrakesch äußerte Ban Ki Moon die Hoffnung, Donald Trump möge beim Thema Klimaschutz "zuhören" und "seine Wahlkampf-Aussagen ändern". Ban zeigte sich überzeugt, der designierte US-Präsident werde "den Ernst und die Dringlichkeit, dem Klimawandel zu begegnen, verstehen" - schließlich engagiere sich inzwischen "die ganze Welt" gegen die Erderwärmung.

Auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz wird die Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris diskutiert. 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft in der französischen Hauptstadt darauf geeinigt, die Erderwärmung auf möglichst unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Donald Trump, der am 20. Januar 2017 ins Amt eingeführt wird, hatte im US-Wahlkampf gedroht, das Pariser Klimaschutzabkommen als Präsident aufzukündigen. Wie große Teile der republikanischen Partei leugnet Trump den vom Menschen verursachten Klimawandel und bezeichnete ihn in einem Tweet als "Scherz".

Der UN-Generalsekretär kündigte an, das Thema in einem persönlichen Gespräch mit Trump diskutieren zu wollen und forderte "moralische Verantwortlichkeit" von der Politik. Ban, der sein Amt Ende 2016 niederlegt, hatte den Kampf gegen den Klimawandel in den Mittelpunkt seiner Zeit an der UN-Spitze gerückt. Trump müsse als "sehr erfolgreicher Unternehmer" erkennen, dass die Märkte die Weltwirtschaft in Richtung nachhaltiger Energien lenken würden, so Ban. Große amerikanische Konzerne wie Kellogg und Städte wie Washington würden schon daran arbeiten, ihren Treibhausgasausstoß zu reduzieren. Er sei überzeugt, Trump werde "eine gute und weise Entscheidung treffen".

Weniger optimistisch äußerte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. "Ich bin fest davon überzeugt, dass Europa die Lücke füllen muss, die die USA jetzt hinterlassen", sagte die SPD-Politikerin in Marrakesh. Während China und die USA den Klimaschutz in den vergangenen eineinhalb Jahren vorangetrieben hätten, müssten Europa und China diese Aufgabe nun "genau so innovativ und ehrgeizig" angehen.

Bisher wurde das Pariser Klimaschutzabkommen von 200 Nationen unterzeichnet und von 109 Nationen ratifiziert. Die USA und China hatten durch eine frühe Ratifizierung dafür gesorgt, dass das Abkommen in Rekordzeit in Kraft treten konnte.

hk/qu (dpa, rtr, afp)