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Aktuell Amerika

Baltimore verspricht Aufklärung nach Tod von Schwarzem

Wegen des Todes eines jungen Schwarzen in Baltimore nach seiner Festnahme wurden sechs Polizisten vom Dienst suspendiert. Der Fall wirft viele Fragen auf, um die sich nun die Bürgermeisterin der Stadt kümmern will.

Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake (Foto: AP)

Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake verspricht Aufklärung

Was ist mit Freddie Gray passiert? Diese Frage beschäftigt die Menschen in den USA seit dem vergangenen Sonntag. Der 25-jährige Schwarze war vor gut einer Woche von Polizisten verhaftet worden und hatte sich dabei offenbar so starke Rückenmarksverletzungen zugezogen, dass er am Wochenende daran starb.

Der Anwalt von Grays Familie betont, der junge Mann habe keine Straftat begangen. Es habe keine Begründung für seine Festnahme gegeben, "außer dass er ein rennender schwarzer Mann war", sagte William Murphy Jr. Demnach wurden Gray bei seiner Festnahme drei Wirbel gebrochen, zudem sei das Rückenmark im Nackenbereich zu 80 Prozent durchtrennt worden.

Proteste vor dem Rathaus von Baltimore (Foto: AP)

Proteste vor dem Rathaus von Baltimore

Anwalt spricht von Vertuschung

Auf einem Video der Festnahme ist zu sehen, wie die Polizei Gray auf einem Gehweg festhält, weil er ein Springmesser bei sich trug. Anschließend wurde er in einen Polizeibus gezerrt. Dabei sei keine Gewalt angewendet worden, erklärte die Polizei. Laut Vize-Polizeichef Jerry Rodriguez hat Gray nach seiner Festnahme nach seinem Inhalator verlangt. Während er in dem Polizeibus warten musste, sei er in Wut geraten. Die Polizei bestätigte, dass Gray medizinische Hilfe gefordert habe. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Sanitäter aber erst 42 Minuten, nachdem der Mann um seinen Inhalator gebeten hatte, gerufen.

Anwalt Murphy warf der Polizei in der Zeitung "Baltimore Sun" einen Vertuschungsversuch vor. Sie halte die Todesumstände von Gray so lange geheim, "bis sie eine Version der Ereignisse entwickelt habe, die sie von jeder Verantwortung freispricht". Nach Angaben eines örtlichen Fernsehsenders sollen bereits sechs Beamte vom Dienst suspendiert worden sein. Zudem kündigte Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake eine umfangreiche Untersuchung des Falls an. Bis Freitag soll eine unabhängige Ermittlungskommission einen Bericht zu dem Fall vorlegen.

Serie von Polizeigewalt

Nachdem sich die Nachricht vom Tod Freddie Grays in Baltimore verbreitet hatte, kamen rund hundert Menschen vor einer Polizeiwache der Stadt zu einer spontanen Protestkundgebung zusammen. Gray ist das jüngste Opfer in einer Serie von Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen unbewaffnete Schwarze. Erst Anfang April wurde in der Stadt North Charleston im Bundesstaat South Carolina ein Polizist wegen Mordes angeklagt, weil er nach einer Verkehrskontrolle einem fliehenden Schwarzen mehrfach in den Rücken schoss.

djo/stu (afp, dpa)

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