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Aktuell Amerika

Baltimore hebt Ausgangssperre auf

Die Bürgermeisterin von Baltimore hat die nach schweren Straßenschlachten verhängte nächtliche Ausgangssperre wieder aufgehoben. Auch die Nationalgarde wird nicht mehr gebraucht.

Soldaten der Nationalgarde steigen in einen Lkw (Foto: AP)

Soldaten der Nationalgarde steigen am Sonntag in einen LKW

Nach Tagen höchster Anspannung scheint sich die Lage in der Baltimore zu entschärfen. Bürgermeisterin Stefanie Rawlings-Blake hob eine nächtliche Ausgangssperre auf, die nach schweren Ausschreitungen am vergangenen Montag verhängt worden war. "Mein Ziel war es, die Ausgangssperre nicht einen Tag länger in Kraft zu lassen als nötig", teilte sie über Twitter mit. "Ich denke, dieser Punkt ist jetzt erreicht." Sie fügte hinzu: "Ich danke den Bürgern von Baltimore für ihre Geduld."

Bürgermeisterin Stefanie Rawlings-Blake am Tag nach den Ausschreitungen im Gespräch mit Bürgern (Foto: Getty)

Bürgermeisterin Stefanie Rawlings-Blake am Tag nach den Ausschreitungen im Gespräch mit Bürgern

Zugleich begann der Abzug der Nationalgarde. Tausende Soldaten hatten die Polizisten während der Unruhen unterstützt. "Wir haben bereits mit dem Abzug begonnen", sagte der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan. "Die Lastwagen fahren an diesem Morgen ab. Es wird etwas Zeit in Anspruch nehmen."

Am Samstag hatten Hunderte Menschen mit einer "Siegeskundgebung" in der US-Stadt Baltimore friedlich die Anklage gegen sechs Polizisten wegen Verletzung und Tötung von Freddie Gray gefeiert. Zugleich forderten sie erneut ein Ende von Polizeigewalt, Chancengleichheit für die schwarze Bevölkerung und soziale Reformen. Auch für Sonntag (Ortszeit) war eine Kundgebung geplant. Gouverneur Hogan rief zudem zu einem Tag des Gebetes auf.

Die Demonstration in Baltimore am Samstag (Foto: AP)

Die Demonstration in Baltimore am Samstag

Die Demonstration vor dem Rathaus am Samstag ähnelte nach Medienberichten über weite Strecken einem Volksfest. Menschen sangen, tanzten, drängten sich an den zahlreichen Verkaufsbuden und sahen Straßenkünstlern zu. Am Abend (Ortszeit) nahm die Polizei allerdings eine kleine Gruppe von Demonstranten fest, die sich trotz noch geltender Ausgangssperre weigerte, die Straße zu verlassen, und mit Steinen warf.

Festnahmen wegen Ausgangssperre

Nach schweren Ausschreitungen wegen des Todes des Schwarzen Freddie Gray in Polizeigewahrsam hatte Rawlings-Blake eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, die am Dienstagabend in Kraft trat und zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr morgens galt. Bei den Krawallen vom Montag waren rund 20 Polizisten verletzt und 250 Menschen festgenommen worden. An den folgenden Tagen gab es ebenfalls Proteste, die jedoch weitgehend ruhig verliefen. Jeden Abend nahm die Polizei allerdings dutzende Menschen fest, die sich nicht an die nächtliche Ausgangssperre hielten.

Gray war am 12. April festgenommen worden und eine Woche später an schweren Rückenverletzungen gestorben, die er der zuständigen Staatsanwältin Marilyn Mosby zufolge bei der Fahrt in einem Polizeibus erlitten hatte. Ein Polizist soll sich deshalb wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz (Mord zweiten Grades) unter besonders schwerer Missachtung menschlichen Lebens verantworten. Weitere Anklagepunkte gegen die Polizisten beinhalten unter anderem fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Die Anklagen hatte Mosby am Freitag veröffentlicht. Die Polizisten erschienen noch am selben Tag erstmals kurz vor Gericht und wurden gegen Kautionen freigelassen. Eine gerichtliche Anhörung ist für den 27. Mai geplant.

stu/rb (ap, afp, dpa)

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