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Fokus Osteuropa

Balten veröffentlichen KGB-Dokumente im Internet

Die baltischen Länder haben auf Initiative Litauens ein originelles Internetprojekt gestartet. Auf der Seite kgbdocuments.eu können die Besucher echte Dokumente der sowjetischen Staatssicherheit studieren.

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Die Idee, eine spezielle Internetseite mit Dokumenten des sowjetischen KGB aufzubauen, wurde im Zentrum zur Erforschung des Genozids und des Widerstands der Bewohner Litauens schon seit langem verfolgt. Umgesetzt wurde sie aber erst nach Beratungen mit lettischen und estnischen Historikern, die ebenfalls Interesse an dem Projekt bekundeten.

Die Leiterin des litauischen Forschungszentrums, Dalia Kuodyte, sagte der Deutschen Welle: "Wir sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, das Vorgehen der repressiven Strukturen während der sowjetischen Besatzung in allen baltischen Ländern aufzuzeigen. Die Dokumente sollen den gesamten Mechanismus der KGB-Strukturen aufdecken." Auf der Seite kgbdocuments.eu werden die Besucher nicht nur "trockene" Dokumente vorfinden. Künftig sollen dort auch Artikel verschiedener Autoren veröffentlicht werden.

Antwort auf "russische Propaganda"

Im Internet sollen Original-Dokumente der lokalen Unterabteilungen des Komitees der Staatssicherheit in den ehemaligen baltischen Sowjetrepubliken veröffentlicht werden: Bescheinigungen, Verordnungen, Pläne und Anordnungen. Die Seite ist zweisprachig – russisch und englisch. Die Dokumente selbst werden vorerst nur in der Original-Sprache veröffentlicht, also auf russisch.

Die Wahl der Sprachen, in denen die Internetseite gehalten ist, zeigt, dass sie sich weniger an ein Publikum im Inland, sondern eher im Ausland richtet. Dalia Kuodyte bestätigte, dass mit dem Projekt Informationen aus den russischen Medien widerlegt werden sollen: "In allen Ländern kommen immer wieder Diskussionen darüber auf, wie jene Zeit zu bewerten ist. Es ist einfach wichtig zu wissen, was es für eine Zeit war, und dann wird es leichter sein, darüber zu diskutieren. Auf der Internetseite gibt es noch die Rubrik ‚Gegenpropaganda‘. Wir beobachten, dass tatsächlich von den russischen Medien eine Propagandawelle ausgeht und unsere Geschichte auf gröbste Weise verzerrt wird. Allein die Tatsache, dass behauptet wird, dass es eine Besatzung als solche gar nicht gab, ist für uns nicht akzeptabel."

Vadim Vileita, Vilnius
DW-RADIO/Russisch, 4.9.2007, Fokus Ost-Südost

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