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Fußball

Ballack gibt sich nach WM-K.o. kämpferisch

Am Tag nach den WM-Aus für Südafrika wegen seiner schweren Fußverletzung hat Michael Ballack den Blick auf seine persönliche Zukunft gerichtet. Der 33-Jährige äußerte sich im WM-Trainingslager auf Sizilien.

Michael Ballack verlässt auf Krücken die Arztpraxis von DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München. Foto: dpa

"Viel Zeit, alles zu sortieren"

"Ich will so schnell wie möglich wieder fit werden und Fußball spielen", sagte Michael Ballack im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Sciacca auf Sizilien. "Ich habe jetzt viel Zeit, alles neu zu sortieren. Das war ohnehin für den Sommer geplant." Der 33 Jahre alte Mittelfeldspieler des englischen Meisters und Pokalsiegers FC Chelsea hatte am Montag (18.05.2010) die niederschmetternde Diagnose seiner Verletzung erhalten, die er sich im Pokalfinale gegen den FC Portsmouth (1:0) zugezogen hatte: Bänderriss am Sprunggelenk, acht Wochen Pause, Weltmeisterschaft ade.

So schnell wie möglich abhaken

Porträt Oliver Bierhoff im WM-Trainingslager Sciacca. Foto: dpa/picture-alliance

Bierhoff: Planen ohne Frings

"Ich gehe davon aus, dass ich zum Saisonbeginn wieder fit bin", gab sich Ballack jetzt optimistisch. Erste Option für seine Zukunft im Verein bleibe der FC Chelsea, bei dem sein Vertrag im Sommer ausläuft. Es laufe wohl darauf hinaus, so Ballack, "dass ich verlängere". Ob er dann aber auch mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft 2012 in Angriff nehme, ließ der bisherige Kapitän noch offen. Das gehöre zu den Fragen, "mit denen ich mich beschäftigen werde". Seinen Mannschaftskollegen machte Ballack Mut: "Die Nationalmannschaft hat auch schon ohne mich gute Spiele gemacht. Das Team muss das Thema jetzt so schnell wie möglich abhaken." Oliver Bierhoff schloss eine Rückkehr des Bremer Mittelfeldspielers Torsten Frings als Ballack-Ersatz aus. "Er spielt in unseren Planungen keine Rolle mehr", sagte der Teammanager.

Bundestrainer Löw führt beim Trainingsspiel den Ball. Foto: AP

Der neue Spielmacher? Bundestrainer Joachim Löw kickte beim Training fleißig mit

Anwalt prüft juristisches Vorgehen

Michael Ballack schlug in Richtung seines Gegenspielers Kevin-Prince Boateng, der ihm mit seinem bösen Foul die folgenreiche Verletzung zugefügt hatte, versöhnliche Töne an. "Ich bin natürlich noch sehr verärgert und enttäuscht, aber im Fußball sollte man nicht nachkarten." Ballacks Anwalt Michael Becker zeigte sich weniger nachsichtig. Er prüfe, ob man gegen den ghanaischen Nationalspieler juristisch vorgehen könne, sagte Becker. "Das Brutal-Foul von Boateng war nicht nur feige und hinterlistig, sondern offensichtlich auch vorsätzlich." Die Aussage von Boatengs Vater, dass sein Sohn noch eine Rechnung mit Ballack offen gehabt habe, bestätige diese Vermutung. "Der Fußballplatz ist kein rechtsfreier Raum."

Boateng entschuldigt sich

Jerome Boateng bejubelt sein Tor für den HSV im Europa-League-Spiel in Anderlecht. Foto: AP

Jerome Boateng spielt für Deutschland

Kevin-Prince Boateng, der vor seinem Engagement beim FC Portsmouth für die Bundesligisten Hertha BSC und Borussia Dortmund gespielt hatte, entschuldigte sich inzwischen öffentlich bei Michael Ballack. "Es tut mir leid. Es war keine Absicht. Ich komme einfach zu spät und treffe ihn voll. Es sah dumm aus", sagte der 23 Jahre alte Nationalspieler des deutschen WM-Vorrundengegners Ghana. Kevin-Prince Boateng ist ein Halbbruder des deutschen Nationalspielers Jerome Boateng.

Autor: Stefan Nestler (mit sid, dpa)
Redaktion: Arnulf Boettcher

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