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Aktuell Europa

Balkanländer filtern den Flüchtlingsstrom

Serbien, Kroatien und Mazedonien lassen nur noch Asylbewerber aus Syrien, dem Irak und Afghanistan ins Land. Flüchtlinge aus Afrika und Südasien werden abgewiesen. Hunderte sitzen bereits fest.

Auf der Balkanroute kommt jetzt nicht mehr jeder Flüchtling weiter. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR lassen die serbischen Behörden nur noch Migranten aus Afghanistan, Syrien und dem Irak ins Land, die ihre Herkunft mit Dokumenten beweisen können. Alle anderen würden zurück nach Mazedonien geschickt.

Auch dieses Nicht-EU-Land weise Flüchtlinge aus bestimmten Ländern wie dem Sudan, Pakistan, Sri Lanka, Marokko und Liberia zurück, kritisierten die UN. Die mazedonische Organisation Legis, die Flüchtlingen und Einwanderern an der Grenze zu Griechenland hilft, sprach von einer sehr starken Eingrenzung der Nationalität bei der Einreise. Auch in Mazedonien würden nur Iraker, Afghanen und Syrer über die Grenze gelassen.

Hunderttausende strömen nach Deutschland

Seit dem Sommer strömen über die Balkanroute Hunderttausende in Richtung Nord-Europa. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland. In den Ländern entlang dieser Route wird erwartet, dass Deutschland den Zustrom an Flüchtlingen demnächst drosseln wird, obwohl es dazu bislang keine konkreten Ankündigungen gibt.

Die Balkanländer befürchten, dass in diesem Falle Tausende Flüchtlinge bei ihnen hängenbleiben werden. "Wir können niemanden ins Land lassen, von dem wir nicht sicher sind, dass er seine Reise fortsetzen kann", erklärte der serbische Sozialminister Aleksandar Vulin. Nach UN-Angaben wurde bereits 400 Flüchtlingen an der Grenze zu Kroatien gestoppt.

Abgewiesene kommen in ein Lager

Ein Polizist am Grenzübergang Sid sagte, sie hätten Anweisung, Flüchtlinge aus Algerien, Tunesien, Marokko, Bangladesch, Pakistan und Somalia nicht in die Züge Richtung Kroatien zu lassen. Flüchtlinge, die versuchten, zu Fuß über die Grenze zu gelangen, wurden laut UN von kroatischen Polizisten gestoppt. Die Abgewiesenen wurden in ein Lager gebracht.

Auch Slowenien wolle die neue Regelung anwenden, berichtet die slowenische Nachrichtenagentur STA. Allerdings hapere es mit der konkreten Umsetzung. Slowenien, das bereits zu Wochenbeginn - und ohne große Ankündigung - Wirtschaftsflüchtlinge an der Einreise aus Kroatien hindern wollte, ersuchte das südliche Nachbarland vergebens, diese Menschen zurückzunehmen, heißt es bei STA weiter.

Kroatien: Wollen nicht von Wirtschaftsmigranten überflutet werden

Laut dem kroatischen Portal vecernji.hr handelte es sich um 162 Asylbewerber aus afrikanischen und asiatischen Ländern. Die Quelle zitierte den kroatischen Innenminister Ranko Ostojic mit den Worten: "Wir wollen der Gefahr einer möglichen Abschiebungswelle von Wirtschaftsflüchtlingen vorbeugen. Wir können nicht zulassen, dass Kroatien von ihnen überflutet wird."

uh/kle (dpa,rtr,afp)