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Aktuell Asien

Bali trauert wieder

Zehn Jahre nach den verheerenden Anschlägen von Bali gedenkt Indonesien der Opfer. Es kamen allerdings weniger Gäste als erwartet – möglicherweise aus Angst vor neuen Anschlägen.

"Dies ist ein Tag mit widerstrebenden Emotionen: Wut und Verlust auf der einen, Vergebung und Versöhnung auf der anderen Seite", sagte die australische Regierungschefin Julia Gillard (Artikelbild) bei der Trauerfeier für die mehr als 200 Opfer der Anschläge auf der Urlaubsinsel vor zehn Jahren. Unter den Toten waren 164 Ausländer, davon 88 Australier und sechs Deutsche.

Unter den Gästen waren viele Trauernde, die Angehörige verloren hatten, so auch Danny Hanley. "Meine beiden Töchter sind bei dem Anschlag getötet worden", sagte der australische Familienvater.

Am 12. Oktober 2002 hatte die islamistische Gruppe Jemaah Islamiyah in einem Nachtclub und einer Bar Sprengsätze gezündet und ein Blutbad angerichtet. Der Drahtzieher der Anschläge, Umar Patek, ist im vergangenen Juni zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Dem Terror keine Chance

"Wir stehen heute hier, um zu zeigen, dass wir gegen den Terrorismus zusammenstehen", sagte der australische Geistliche Ian Whitley bei der Trauerfeier. Er hatte schon vor zehn Jahren den Menschen während des Dramas beigestanden. Ähnlich äußerte sich auch Indonesiens Außenminister, Marty Natalegawa (im Artikelbild rechts). Sein Land kämpfe weiter gegen den Extremismus, damit "die Menschlichkeit über den Hass siegt".

Indonesiens Sicherheitsbehörden hatten bereits im Vorfeld der Trauerfeier die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen. Ihr lägen "glaubwürdige Informationen" über eine terroristische Bedrohung vor, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Deshalb wurden rund 2000 Polizisten und Militärs in den Einsatz geschickt. Die Veranstalter hatten am Strand von Jimbaran, wo die Trauerfeier stattfand, Platz für 2000 Menschen geschaffen, es nahmen aber nur 300 daran teil.

fab/kle (afp, rtre, dpa)