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Mode

Bald weniger Gift in Outdoor-Kleidung?

In Regenjacken und Wanderschuhen steckt oft die krebserregende Chemikalie PFC. Nun will der Outdoor-Marktführer Gore Fabrics auf den Stoff verzichten. Umweltschützer loben das - und sehen einen Wandel der Branche.

Risikochemie gehört nicht in Outdoorkleidung. Gore Fabrics, der große Textiellieferant der Outdoor-Industrie, möchte deshalb zunehmend auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) verzichten.

PFC werden bei der Imprägnierung von Textilien genutzt und auch bei der Herstellung spezieller Stoffe gegen Regen. Gore Fabrics stellt die bekannten Gore-Tex-Produkte her und beliefert große Outdoor-Marken wie North Face oder Mammut. Das US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Umsatz von über drei Milliarden Dollar.

Der Vorteil: PFC ist wasser-, fett- und schmutzabweisend und wird deshalb gerne in Konsumgütern eingesetzt. Das Manko: PFC baut sich nur sehr langsam ab, kann die Fortpflanzung behindern und das Hormonsystem schädigen. Durch Luft und Staub ist PFC inzwischen weltweit verteilt, besonders belastet sind Regionen um die herstellenden Chemiefabriken.

Deshalb will Gore Fabrics nun an auf PFC bei der Herstellung von wasserfesten Outdoor-Produkten bis 2020 verzichten und bei der Herstellung von Arbeitsbekleidung für Feuerwehr und Polizei bis 2023.

"Gore versteht die Befürchtungen hinsichtlich einer potenziellen Umweltverschmutzung mit diesen gefährlichen Chemikalien und sieht ein, dass die Zeit für neue und umweltfreundlichere Technologien gekommen ist", sagt Bernhard Kiehl, Chef für Nachhaltigkeit bei Gore Fabrics auf der Münchener Sportartikelmesse ISPO. "Als führendes Unternehmen in der Branche ist Gore Fabrics erfreut, einer wichtigen Neuerung in der Outdoor-Industrie zum Durchbruch zu verhelfen, indem wir bedeutende Mittel in die Entwicklung neuer Technologien - ohne umweltschädliche PFC - investieren." Die ersten Gore-Produkte mit einer PFC-freien Imprägnierung sollen in einem halben Jahr auf dem Markt kommen.

Greenpeace - PFC - Outdoorbekleidung (Greenpeace/Francesco Alesi)

Protest gegen PFC in den Italienischen Alpen

Umbruch in der Branche?

"Das ist ein gewaltiger Fortschritt im Wandel der Outdoor-Branche zu einer umweltfreundlichen Produktion", lobt Chemieexperte Manfred Santen von Greenpeace die Ankündigung. "Durch diese Entscheidung des Marktführers wird es viel mehr Produkte geben, die keine giftigen Spuren mehr in der Umwelt hinterlassen. Wir begrüßen auch die Bemühungen von Sympatex, dem Hersteller einer fluorfreien Membran. Beide Projekte zeigen, mit welcher Dynamik die Branche das Problem lösen will."

Greenpeace fordert schon seit Jahren mit einer breit angelegten Informationskampagne den Verzicht von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen in der Textilproduktion. 32 globale Modemarken, von H&M über Adidas bis hin zu Aldi, haben sich inzwischen verpflichtet, bis 2020 Schadstoffe durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen. Hilfreich ist nach Angaben von Greenpeace auch der Protest der Käufer, die Druck auf die Textilkonzerne ausüben. "Der jetzige Erfolg zeigt, dass man eine ganze Branche zügig umwandeln kann", so Santer.

Um Mensch und Umwelt zu schützen, wollen Deutschland und Norwegen die Verwendung von PFC in Europa beschränken, einen konkreten Zeitplan mit Maßnahmen gibt es jedoch nicht. Problematisch ist nach Angaben des Umweltbundesamtes auch der Einsatz von PFC in ganz anderen Produkten, beispielsweise in Pappbechern und Pizzakartons.

Greenpeace will nicht länger auf die Politik warten - und informiert die Bürger  im Netz über Outdoor-Marken, die bereits PFC-freie Produkte verkaufen und unterstützt Hersteller bei der Umstellung auf eine umweltfreundliche Produktion.

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