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Deutschlehrer-Info

Bald kein Deutsch mehr an Indiens Schulen?

Das Programm „Deutsch an 1000 Schulen“ hat erfolgreich Deutsch als erste Fremdsprache an indischen Schulen gefördert. Doch jetzt soll es auslaufen. Die Bundesregierung will dies verhindern.

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Deutschland vertieft Partnerschaft mit Indien (08.09.2014)

Mit dem Programm „Deutsch an 1000 Schulen“ ist seit 2011 die deutsche Sprache an vielen staatlichen indischen Schulen etabliert worden. Deutsch wurde dort als erste Fremdsprache unterrichtet, Hindi und Englisch sind Amtssprachen. Doch der Fortbestand des Programms ist in Gefahr: Das indische Bildungsministerium hat angekündigt, die Initiative auslaufen zu lassen. In Zukunft soll wieder in erster Linie Sanskrit unterrichtet werden.

Auswärtiges Amt hofft auf Weiterführung

Das Auswärtige Amt bemüht sich nun um eine Korrektur der Entscheidung. „Wir sind nach unseren Gesprächen zuversichtlich, dass dieses erfolgreiche Programm weitergeführt wird“, hieß es im Ressort von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Deutsch habe als moderne Fremdsprache an indischen Schulen großen Zuspruch erfahren.

Tatsächlich war das Programm ein wichtiger Baustein in den Bemühungen der Bundesregierung, die deutsche Sprache weltweit stärker zu fördern und so auch die Beziehungen beider Länder zu verbessern. Aber auch die deutsche Wirtschaft ist an dem Programm interessiert, weil deutsche Unternehmen in dem aufstrebenden Schwellenland Indien so künftig leichter Mitarbeiter finden könnten.

Das Auswärtige Amt hatte zusammen mit dem Goethe-Institut und dem staatlichen indischen Schulverband „Kendriya Vidyalaya Schools“ die Initiative „Deutsch in 1000 Schulen“ vereinbart. Es fördert das Projekt mit jährlich rund 700.000 Euro.

100.000 Deutschlerner

Das Goethe-Institut ist dabei in der Aus- und Fortbildung von Deutschlehrern in Indien aktiv. Insgesamt erhielten im Schuljahr 2013/14 bereits rund 100.000 Schüler an fast 700 indischen Schulen Deutschunterricht. Eigentlich wollte die Bundesregierung das Programm mit der indischen Seite um drei Jahre verlängern.

Nach Informationen von „Spiegel online“ hat die Regierung in Neu Delhi vor Steinmeiers Indien-Besuch im September signalisiert, das Programm werde fortgesetzt. Umso enttäuschter sei jetzt das Auswärtige Amt. Dort heiße es, so das Internet-Portal, das Projekt sei dem Hindu-Nationalismus der neuen indischen Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi zum Opfer gefallen. Man habe in Berlin gehofft, Modi würde Wirtschaftswachstum über Nationalstolz stellen - und für Wachstum seien Fremdsprachenkenntnisse unerlässlich.

wl/ip (dpa,spon)

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