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Aktuell Welt

Bald 12,3 Milliarden Menschen auf der Welt?

Die Weltbevölkerung wächst beunruhigend schnell. Doch wie lange kann das so weitergehen? UN-Wissenschaftler sind dieser Frage nachgegangen - und bestätigen die düstersten Prognosen.

Ein internationales Forscherteam kommt zu dem Schluss, dass die Weltbevölkerung mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit von heute 7,2 Milliarden Menschen auf 9,6 bis 12,3 Milliarden im Jahr 2100 wachsen werde. Die Gruppe um den Wissenschaftler der Vereinten Nationen (UN), Patrick Gerland, wertete für ihre Untersuchungen Zahlen aus dem Jahr 2012 aus. Hierfür nutzte sie neuere Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung und bezog vergleichsweise junge Daten zu Aids im südlichen Afrika ein. Auf diese Weise werde die Prognose genauer, schreibt Gerland im Fachjournal "Science".

Mehr Bildung, mehr Verhütungsmittel

In Asien werde vermutlich bereits bis zur Mitte des Jahrhunderts ein Höchststand der Bevölkerungszahl erreicht sein. Die afrikanische Bevölkerung soll sich hingegen von heute etwa einer Milliarde Menschen bis 2100 vervierfachen. Dafür sei vor allem die hohe Geburtenrate verantwortlich. Diese liege in Afrika noch immer bei 4,6 Kindern pro Frau. Um dieser Entwicklung zu begegnen, seien eine bessere Bildung für Frauen sowie die Verbreitung von Verhütungsmitteln nötig.

Iran alte Menschen altern Demographie /Foto: FARS)

Im Iran leben zur Zeit über 5 Millionen alte Menschen. In 10 Jahren werden es voraussichtlich 10 Millionen sein.

Finanzielle Lasten für die Jungen

Der demographische Wandel, der mit der wachsenden Bevölkerung einhergehe, sei alarmierend, heißt es in der Veröffentlichung weiter. Das Verhältnis von Beschäftigten zu Rentnern verschiebe sich in vielen Ländern immens. Finanzieren derzeit 2,9 Beschäftigte einen Rentner, wären es in knapp 100 Jahren nur noch 1,4. Im Schwellenland Indien gehen die Forschungsergebnisse von 2,3 im Vergleich zu aktuell 10,9 Beschäftigten aus, welche die Finanzlast eines Rentners zu tragen hätten. In Nigeria soll die Quote gar von heute 15,8 auf 5,4 sinken.

Politik muss handeln

Aus den Ergebnissen leiten die Forscher einige Konsequenzen für die Politik ab. Die Umwelt sei gefährdet, die wirtschaftlichen Bedingungen für die arbeitende Bevölkerung würden schlechter und eine hohe Sterblichkeit von Müttern und Kindern werde wahrscheinlicher. In der Folge könne es zu Unruhen und steigender Kriminalität kommen.

nin/qu (dpa)

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