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Wissen & Umwelt

Bakterien produzieren Antibiotika

Die Bienenwolf-Larve im Kokon mit sichtbar gemachtem Antibiotika-Schutz (Foto: Johannes Kroiß und Martin Kaltenpoth, MPI)

Schlauer Bienenwolf: Mit Antibiotika sichert die Larve ihr Überleben.

Grabwespen der Gattung Philanthus, sogenannte Bienenwölfe, sind ganz besonders schlau: Auf ihrem Kokon beherbergen sie Bakterien, die einen Cocktail aus neun verschiedenen Antibiotika produzieren. Das hält Schädlinge ab und die Wespen gesund. Das haben Forscher des Max-Planck Instituts für chemische Ökologie in Jena zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Regensburg und dem Jenaer Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung herausgefunden. Mithilfe von bildgebender Massenspektrometrie sahen sie, dass sich die Antibiotika konzentriert auf der Außenseite des Kokos befinden.

Die Bienenwolf-Larve überwintert mehrere Monate im Kokon, bevor sie als ausgewachsenes Tier schlüpft. Damit sie sich nicht mit Pilzen, Schimmel oder Bakterien infiziert, die im Erdboden lauern, sind sie eine Symbiose mit der Bakteriengattung Streptomyces eingegangen. Forscher der Universität Würzburg haben schon vor einigen Jahren gezeigt, dass weibliche Bienenwölfe diese Bakterien in Drüsen ihrer Antennen produzieren und sie an die Decke ihrer Brutzellen schmieren. Die Bienenwolflarven nehmen die Bakterien auf und spinnen sie in die Seide ihres Kokons ein.

"Wir vermuten, dass Schutz-Symbiosen wie die zwischen Bienenwölfen und Streptomyceten im Tierreich viel weiter verbreitet sind als bislang angenommen," sagt Martin Kaltenpoth, vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie. Er hofft, dass die Untersuchung der Substanzen, die dabei eine Rolle spielen, auch zur Entdeckung interessanter neuer Wirkstoffe für die Humanmedizin führen könnte.

Autorin: Sarah Steffen (idw)

Redaktion: Judith Hartl