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Arabische Welt

Bahrain will Golf-Gipfel boykottieren

Die schwelende diplomatische Krise um Katar droht den Golf-Kooperationsrat zu spalten - einen Zusammenschluss auf der arabischen Halbinsel, der auch für die EU von strategischer Bedeutung ist.

Riad Treffen GCC Außenminister (Getty Images/AFP/F. Nureldine)

Im Mai trafen sich die GCC-Außenminister in der saudischen Hauptstadt Riad

In der Katar-Krise hat Bahrain den Golf-Kooperationsrat (GCC) aufgefordert, die Mitgliedschaft des Emirats einzufrieren. Sollte das Nachbarland seinen Iran-freundlichen Kurs nicht ändern, werde das Königreich nicht an dem bevorstehenden Gipfel der internationalen Organisation teilnehmen, schrieb Bahrains Außenminister Khalid bin Ahmed al-Khalifa im Kurznachrichtendienst Twitter. Katar vertiefe zunehmend seine Beziehungen zum Iran und habe ausländische Truppen ins Land gelassen, monierte der Scheich: "Das sind gefährliche Schritte für die Sicherheit des GCC".

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten im Juni eine Blockade gegen Katar verhängt. Sie werfen dem Emirat unter anderem vor, islamistische Gruppen zu finanzieren. In einem Forderungskatalog verlangten sie von Doha, seine Verbindungen zu Terroristen aufzugeben und die Beziehungen zum schiitischen Iran zurückzufahren. Auch die in Katar stationierten türkischen Soldaten sollten das Land verlassen.

Gipfel könnte platzen

Der 38. GCC-Gipfel ist für Dezember in Kuwait geplant. Wegen der andauernden Katar-Krise ist aber noch unklar, ob er tatsächlich stattfinden wird. Dem Golf-Kooperationsrat gehören mit Saudi-Arabien, Bahrain, den VAE, Katar, Kuwait und Oman sechs der sieben Staaten auf der arabischen Halbinsel an.

Katar ist halb so groß wie Hessen, hat aber das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Es ist der größte Flüssiggasproduzent überhaupt und liefert 30 Prozent der Menge auf dem Weltmarkt. Einfluss sichert sich das Emirat über seinen Staatsfonds QIA, der sich an internationalen Konzernen beteiligt. Laut Germany Trade & Invest verwaltet er zwischen 250 und 330 Milliarden US-Dollar und gehört damit zu den internationalen Top 10. In Deutschland stieg Katar mit gut zwei Milliarden Euro bei der Deutschen Bank ein. Der Fonds ist auch drittgrößter Hauptaktionär des Autokonzerns Volkswagen.

jj/kle (dpa, rtr)