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Aktuell Deutschland

Bahnstreik: Zweiter Tag

Der Bahnstreik im Personenverkehr geht in den zweiten Tag. Die Zugreisenden nehmen die Einschränkungen erstaunlich gelassen. Viele sind auf andere Verkehrsmittel umgestiegen.

Der bundesweite Streik der Lokführer traf den Personenverkehr empfindlich. Millionen Pendler und Reisende mussten sich Alternativen suchen, um ihr Ziel zu erreichen. Nur etwa jeder dritte Fernzug war im Einsatz, im Nahverkehr und bei S-Bahnen fuhren je nach Region zwischen 15 und 60 Prozent der Züge nach einem Ersatzfahrplan. Die Schwerpunkte des Ausstands lagen laut Lokführergewerkschaft GDL in den Großräumen Berlin, Frankfurt am Main und Mannheim. Gestreikt wird noch bis Donnerstagabend 21 Uhr. Im Güterverkehr wollen die Lokführer erst am Freitagmorgen - nach 66 Stunden - wieder die Arbeit aufnehmen.

Nach Angaben des GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky waren am Mittwoch rund 3000 Lokführer und Zugbegleiter im Ausstand. Es ist - inklusive Warnstreiks - bereits das siebte Mal in dem seit mehr als einem Jahr schwelenden Tarifkonflikt, dass die in der GDL organisierten Lokführer und Zugbegleiter die Arbeit niedergelegen.

Umstieg auf die Straße

Besonders im Berufsverkehr auf den Straßen machte sich der Bahnstreik bemerkbar. Betroffen war in Hessen und Rheinland-Pfalz vor allem das Rhein-Main-Gebiet. Aber auch in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg bildeten sich lange Staus auf den Autobahnen. An diesem Donnerstag dürfte es auf den Straßen wieder ähnlich voll werden. Die Bahn-Kunden stiegen aber nicht nur aufs Auto um, sondern auch auf Busse oder Mitfahrgelegenheiten.

Streikt bald die nächste Eisenbahner-Gewerkschaft?

Parallel zu den Streiks der Lokführergewerkschaft GDL setzt die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn fort. EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba forderte im Vorfeld ein deutlich verbessertes Angebot und betonte die Streikbereitschaft der EVG-Mitglieder. Bislang gab es im Tarifkonflikt der Bahn mit der EVG noch keinen Ausstand. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für die Beschäftigten.

Die Bahn verhandelt derzeit parallel mit den beiden Gewerkschaften, da sich diese nicht auf Spielregeln für ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten. EVG und GDL wollen Tarifabschlüsse für alle ihre Mitglieder erreichen, die Bahn will aber unterschiedliche Ergebnisse für ein und dieselbe Berufsgruppe verhindern.

Die GDL drohte bereits einem weiteren Streik, und zwar schon in der kommenden Woche. "Es wird keine weiteren wochenlangen Ultimaten geben", sagte der GDL-Bezirksvorsitzende für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Frank Nachtigall, der "Berliner Zeitung". Ziel der Lokführergewerkschaft ist es zum einen, ihre Zuständigkeit für die Beschäftigten bei der Bahn zulasten der größeren EVG ausweiten. Zum anderen verlangt sie fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

qu/chr (dpa, afp)