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Wirtschaft

Bahnstreik legt Verkehr lahm

Bahnstreik und kein Ende: Der bislang größte Ausstand im Schienennetz der Deutschen Bahn hat den Güter- und Personenverkehr massiv beeinträchtigt. Dennoch gibt es keinerlei Anzeichen für eine Lösung des Tarifstreits.

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Gähnende Leere im Berliner Hauptbahnhof

Ab Donnerstag (15.11.2007), 02.00 Uhr, legte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erstmals in allen drei Transportbereichen Güter-, Personennah- und Fernverkehr bundesweit die Arbeit nieder. Die Bahn räumte erhebliche Beeinträchtigungen ein. Im ostdeutschen Schienennetz ging so gut wie nichts mehr und vor allem im Güterverkehr wird die Lage immer kritischer.

Verhärtung der Fronten

Die GDL äußerte sich entschlossen, den Totalstreik bis in die Nacht zum Samstag, 02.00 Uhr, fortzusetzen. Dann habe der Bahnvorstand bis Montag Zeit, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Doch danach sieht es nicht aus: Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn stützte auf seiner Sitzung in Berlin ausdrücklich die Position des Vorstands, "nicht auf die Forderung Lokführergewerkschaft nach Auflösung der Tarifeinheit einzugehen, auch wenn diese unentwegt weiter streiken sollte".

Für eine weitere Verhärtung der Fronten sorgten eine Anzeigenkampagne und eine Klage der Bahn gegen die GDL. Deren Vorsitzender Manfred Schell empörte sich über das in mehreren Zeitungen geschaltete Inserat mit dem Titel "Stoppen Sie den Wahnsinn, Herr Schell". Der Bahnvorstand verklagte die Lokführergewerkschaft auf fünf Millionen Euro Schadenersatz für einen Warnstreik im Regionalverkehr am 10. Juli trotz teilweise noch nicht gekündigten Tarifvertrags.

Erste Versorgungsengpässe

Deutschland Bahnstreik Bahnhof Leipzig Anzeigetafel

Leipziger Hauptbahnhof: Abfahrten Mangelware

Nach Ausweitung des Streiks fuhr nach Bahnangaben in Ostdeutschland nur jeder zehnte Regionalzug. Auch im Westen fielen bis zu zwei Drittel aller S-Bahnen aus. Im Fernverkehr waren vor allem InterCity-Züge betroffen. Die meisten ICE fuhren dagegen. Die Bahn setzte nach eigenen Angaben nahezu 500 Busse ein, um ausgefallene Züge zu ersetzen.

Im Güterverkehr konnten nach Bahnangaben in Ostdeutschland nur die versorgungsrelevanten Züge fahren. Der Autokonzern Audi musste mangels Versorgungszügen in seinem Brüsseler Werk am Donnerstag und Freitag drei Schichten absagen. In Chemnitz stand nach den Worten von Bahnvorstandsmitglied Norbert Bensel am Donnerstag ein Kraftwerk kurz vor dem Stillstand. Wegen des Bahnstreiks aufs Auto umgestiegene Fahrer und winterliche Wetterverhältnisse führten auch auf Straßen zu Staus und Behinderungen.

Streik auch in Frankreich

Frankreich Streik Bahn Metro von Paris

Gestrandete Pendler warten in Paris auf die Métro

Auch die französischen Eisenbahner setzten ihren Streik gegen die Rentenreform der Regierung fort und wollen am Freitag erneut das Land weitgehend lahmlegen. Zur Hauptverkehrszeit staute sich der Verkehr um Paris auf einer Länge von knapp 200 Kilometern, nur jeder fünfte TGV verließ das Depot. Nicht zuletzt wegen einer bröckelnden Mobilisierung zeigten sich einige Gewerkschaften dialogbereit.

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