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Deutschland

Bahnchef blickt ungewisser Zukunft entgegen

Nach neuen Enthüllungen in der "Datenaffäre" bei der Deutschen Bahn wächst der Druck auf Konzernchef Hartmut Mehdorn. Laut Medienberichten rückt nun auch das Kanzleramt von dem 66-Jährigen ab.

Bahnchef Mehdorn (Foto: AP)

Wie lange kann sich Bahnchef Mehdorn noch halten?

Mehdorn selbst stellte nochmals klar, dass er sich den Rücktrittsforderungen nicht beugen werde. Die Frage eines Rücktritts stelle sich für ihn nicht, sagte er der "Bild am Sonntag" (29.03.2009). So gebe es unverändert keine Hinweise, dass Bahn-Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Affäre Straftaten begangen hätten. Zudem sei die Bahn unter seiner Führung - trotz der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise - gut aufgestellt. "Wir wollen in dieser Krise keine Mitarbeiter entlassen und schreiben gute Zahlen", erklärte Mehdorn.

Mehdorn: Vorwürfe sind unberechtigt

Symbolbild Datenaffäre (Foto: dpa)

Mehdorn: DB-Führung nahm zu viele Mitarbeiter unter die Lupe

Der Bahnchef wies erneut Vorwürfe zurück, dass es bei dem Staatsunternehmen zu massenhafter Bespitzelung gekommen sei. Vielmehr sei es darum gegangen, durch Datenabgleiche Geheimnisverrat und Korruption zu verhindern. Der Fehler sei aber gewesen, dass dies nicht mit Betriebsrat und Gewerkschaften abgestimmt worden sei und dass die Maßnahmen auf zu viele Mitarbeiter ausgeweitet worden seien, räumte Mehdorn ein. Dafür habe er sich jedoch bereits vor Wochen entschuldigt.

Rücktrittsforderungen bezeichnete Mehdorn als politisch motiviert. "Offensichtlich haben einige das Ziel, den eingeschlagenen Kurs der DB zu torpedieren und damit einen politischen Linkskurs durchzusetzen." Er könne nur warnen: "Ein Zurück zu den Zeiten von Reichsbahn und Bundesbahn wäre eine Katastrophe für unsere Kunden und Deutschland", meinte Mehdorn.

Entscheidung in wenigen Tagen?

Die Bundesregierung sieht sich offenbar inzwischen gezwungen, schneller über mögliche personelle Konsequenzen bei der Bahn zu entscheiden als geplant. Von einer "schützenden Hand" für Mehdorn könne nicht mehr ausgegangen werden, berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf Regierungskreise. Ob Kanzlerin Angela Merkel und die große Koalition weiter an Mehdorn festhielten, sei offen.

Streikende Lokführer in Köln 2007 (Foto: AP)

Versuchte die Bahn, 2007 den Lokführerstreik zu behindern?

Die Bahn hatte zuletzt weitere Unregelmäßigkeiten zugegeben. Während des Lokführerstreiks 2007 sei eine E-Mail der Gewerkschaft GDL mit einem Streikaufruf gelöscht worden, bestätigte ein Sprecher. Die E-Mail an mehrere tausend Adressaten sei aber nicht durch ein internes Filtersystem aufgespürt worden, sondern nach einem Serverabsturz entdeckt worden. Man habe dann den weiteren Versand der GDL-Mail gestoppt, weil das Verschicken eines Streikaufrufs über das E-Mail-System der Bahn rechtswidrig gewesen sei. (wa/je/ap/rtr/dpa/afp)

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