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Wirtschaft

Bahn will Bahnhöfe modernisieren

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr zusammen mit Bund und Ländern 800 Millionen Euro in die Modernisierung von Bahnhöfen investieren. Dafür sollen an den Stationen mehr Aufzüge und Rolltreppen gebaut werden.

Zug im Berliner Bahnhof (Foto: Siemens AG)

Deutschlandweit sollen Bahnhöfe barrierefrei werden

Ziel der Deutschen Bahn sei es, möglichst bald "auf allen Bahnhöfen mit mehr als 1.000 Reisenden pro Tag einen stufenfreien Zugang zu schaffen", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe vom 31.01.2012). Dafür plant die Bahn in diesem Jahr, gemeinsam mit Bund und Ländern 800 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Bahnhöfe zu stecken.

Die Bahnhöfe sollen zunehmend mit modernen Rolltreppen und Aufzügen ausgestattet werden. Derzeit seien fast drei Viertel der Bahnhöfe stufenfrei. Zudem solle bis Anfang 2014 die Mehrzahl der Reisenden an den Bahnhöfen "vor Wind und Wetter geschützt sein", sagte Grube. Bis zum Jahr 2017 will er alle Stationen mit mehr als 50 Reisenden pro Tag mit elektronischen Schriftanzeigen ausstatten.

Grube und Ramsauer ziehen Bilanz

Bahn-Chef Rüdiger Grube (Foto: dapd)

Bahn-Chef Grube kündigt weitere Modernisierung an

An diesem Dienstag wollen Bahn-Chef Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine Bilanz ziehen zu den Investitionen aus den Konjunkturpaketen in die Bahn-Infrastruktur. Sie treffen sich in Nürnberg, um den Abschluss des Konjunkturprogramms zu feiern, mit dem die Bahn in den vergangenen drei Jahren deutschlandweit 2.100 Bahnhöfe modernisieren konnte - rund 352 Millionen Euro flossen bereits in diese Maßnahmen.

Dazu gehörten: Aufzüge und Rolltreppen einzubauen, Bahnsteigdächer zu sanieren, Unterführungen besser zu beleuchten sowie 2.800 elektronische Schriftanzeigen anzubringen. Unter anderem wurden auch schon 31 Bahnhöfe mit einer besseren Wärmedämmung versehen. Reisende sind nach Bahnangaben zudem inzwischen an vielen Stationen besser vor Regen und Kälte geschützt. Rollstuhlfahrer stünden immer seltener vor Hindernissen. Die Maßnahmen würden "das Reisen mit der Bahn auf Jahre hinaus angenehmer machen", sagte Ramsauer der Süddeutschen Zeitung.

Pro Bahn fordert mehr Maßnahmen

Hamburger Hauptbahnhof Bahnhof (Foto: AP)

Ziel ist auch, Reisende besser vor Regen und Kälte zu schützen

Dennoch forderte der Fahrgastverband Pro Bahn den Bund und die Deutsche Bahn AG auf, die Bahnhöfe noch weitgehender zu modernisieren. "Es darf nicht nachgelassen werden", sagte der Bundesvorsitzende Karl-Peter Naumann der "Saarbrücker Zeitung". Trotz des erfolgreichen Sonderprogramms zur Bahnhofsmodernisierung fehlten flächendeckende Verbesserungen für die Reisenden. Vor allem in Ostdeutschland und in den Grenzregionen herrsche nach wie vor erheblicher Modernisierungsbedarf.

Zugleich verlangte Neumann, verstärkt nach Modellen zu suchen, wie Bahnhofsgebäude, die nicht mehr benötigt werden, erfolgreich privatisiert werden könnten. Die Bahn dürfe beim Verkauf an Interessenten keine "abenteuerlichen Preise" verlangen.

Autorin: Naima El Moussaoui (dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Annamaria Sigrist