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Wirtschaft

Bahn plant Rekordinvestition

Mit zusätzlichen Milliarden aus Bundesmitteln startet das größte Investitionsprogramm in der deutschen Eisenbahngeschichte. Die Kunden des Staatskonzerns müssen bis 2019 mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Es handele sich um "das größte Modernisierungsprogramm, das es in der Infrastruktur der Bahn je gegeben hat", erklärte Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer am Montag in Berlin. In den nächsten fünf Jahren, das Sanierungsprogramm soll 2019 abgeschlossen sein, stünden dafür 28 Milliarden Euro bereit.

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Bahn auf dem Prüfstand (06.03.2014)

Hintergrund des Sanierungsprogramms ist die jüngste Vereinbarung des Konzerns mit der Bundesregierung zur Finanzierung der Netz-Instandhaltung. Bund und Bahn stellen für den Zeitraum von 2015 bis 2019 gemeinsam deutlich mehr Geld zur Verfügung als zuletzt. Die Vereinbarung muss laut Kefer noch vom Aufsichtsrat der Deutschen Bahn und dem Haushaltsausschuss des Bundestags genehmigt werden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, "hochleistungsfähige Mobilitätsnetze" seien Grundlage für den Erfolg Deutschlands als Wirtschaftsstandort: "Ausschlaggebend für die Zukunftsfähigkeit des Systems Schiene ist eine leistungsfähige und moderne Infrastruktur."

Gewaltiger Sanierungsbedarf

Allein im kommenden Jahr seien die Erneuerung und Instandhaltung von 3800 Kilometern Schienen geplant, teilte der Konzern am Montag in Berlin mit. Zudem sollen 2000 Weichen, 2,5 Millionen Eisenbahnschwellen und etwa vier Millionen Tonnen Schotter verbaut werden. Insgesamt sollen bis 2019 28 Milliarden Euro in die Sanierung maroder Strecken, Brücken und Signalanlagen fließen.

Der Sanierungsbedarf im Streckennetz ist gewaltig, wie vor allem die Brücken zeigen. So sind von den rund 25.000 Bauwerken rund 9200 älter als 100 Jahre. 1100 bis 1200 davon gelten als sanierungsbedürftig. Drei der insgesamt 28 Milliarden Euro will die Bahn deshalb bis 2019 in den Erhalt von 875 Brücken stecken. Für Stellwerke sind vier Milliarden Euro vorgesehen, für Gleise zwölf Milliarden Euro, für Tunnel eine Milliarde Euro und für andere Bauwerke wie Bahnhöfe weitere acht Milliarden Euro.

Sperrungen, Ausfälle und erhebliche Verspätungen

Es sei eine "Kunst", die Bauarbeiten so zu planen, dass die Kunden davon "so gut wie nichts mitbekommen", sagte der für Vertrieb und Fahrplan zuständige Vorstand der DB Netz AG, Jörg Sandvoß. So baue die Bahn teilweise in verkehrsarmen Zeiten an Wochenenden oder in der Nacht. Auch mit dem sogenannten "Bau unter rollendem Rad", bei dem eine Strecke eingleisig weiter betrieben wird, habe der Konzern Erfahrung. Darüber hinaus könnten Züge umgeleitet werden, Strecken bei Sperrungen mit Schienenersatzverkehr bedient werden.

Außerdem werde, so Sandvoß, an Wochenenden oder in der Nacht gearbeitet, um die Auswirkungen auf die Kunden so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus würden Bauprojekte gebündelt, um Streckensperrungen so kurz wie möglich zu halten. Insgesamt seien rund 300.000 Züge von Fahrplanänderungen betroffen, davon die meisten wegen Verzögerungen im Bereich weniger Minuten.

In manchen Fällen werde es allerdings auch zu erheblichen Verspätungen kommen. So wird die Schnellfahrstrecke Frankfurt-Köln an vier Wochenenden im April und Mai 2015 vollständig gesperrt. Für rund 300 Züge bedeutet das eine Reisezeitverlängerung von einer Stunde. Zwischen Hamburg und Hannover werden von Februar bis 2015 Fernverkehrszüge nachts über Rotenburg umgeleitet, was 20 Minuten mehr Zeit kostet. Auch Reisende von München nach Ingolstadt müssen im kommenden Jahr mit einer um 30 Minuten längeren Fahrzeit rechnen als derzeit.

dk/det (apf/dpa/rtr)

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